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Colombo – meine Liebe auf den 2. Blick

Die meisten Reiseführer, Blogs & Co. sagen, dass man die 2 Millionen Metropole Colombo auf seiner Reise durch Sri Lanka ohne schlechtes Gewissen auslassen kann. Sie sei zu voll, schmutzig, heiß und außerdem gäbe es nicht wirklich viel zu sehen. Fast hätte ich selber auf diesen gutgemeinten Ratschlag gehört. Zumal mir auch andere Personen – die schon sehr lange in Sri Lanka leben – von einem Besuch abrieten. Doch meine Neugierde war trotz aller Warnungen geweckt. Da ich eigentlich ein großer Fan von asiatischen Metropolen bin, wollte ich mir unbedingt ein eigenes Bild machen.

Eine kurze Begegnung
Mein erster Besuch in Colombo war schrecklich. Eigentlich war es ja nur ein Durchfahren. Denn auf unserer Familienreise durch Sri Lanka nahmen wir den local bus von Negombo aus nach Colombo, um dort am Bahnhof gleich in den nächsten Bus Richtung Südküste zu steigen. Doch bereits die erste Fahrt im absolut überfüllten Bus ins nur 30 km entfernte Colombo wurde zu einer richtigen Tortur. Das Gute: Mein Sohn, Papa & ich hatten einen Sitzplatz. Das war’s dann aber schon mit den Annehmlichkeiten. Ohne Klimaanlange schlängelte sich der Bus durch die verstopften Straßen, hielt gefühlt an jeder Ecke an, um noch mehr Leute einzusammeln – und die Fahrt schien eine halbe Ewigkeit zu dauern. Ja, wir waren alle genervt. Und als wir dann ENDLICH in der brütenden Hitze Colombos ankamen, wollten wir so schnell wie möglich wieder raus aus dieser (furchtbaren) Stadt. Also ab in den nächsten Bus, der mindestens eine weitere Stunde brauchte, um Colombo hinter sich zu lassen.

Man sieht sich immer zweimal im Leben
Doch wie sagt ein Sprichwort so schön: Man sieht sich immer zweimal im Leben. Zum Glück! Denn so hatte ich am Ende unserer Reise die Möglichkeit, etwas tiefer in die Stadt einzutauchen. Am vorletzten Tag ließ ich meine beiden Männer (die wollten lieber am Pool abhängen) im Hotel und machte mich von Negombo aus erneut in die große weite Stadt. Eigentlich wollte ich diesmal mit dem Zug fahren, da ich absolut keine Lust hatte, die fürchterliche Busfahrt zu wiederholen. Mein Fehler war jedoch, dass ich auf die Rezeptionistin hörte, die meinte, dass der Zug alle 30 Minuten führe. Keine Ahnung wo sie diese Informationen herhatte. Zumindest stimmte die Aussage nicht mit dem Abfahrtsplan überein. So kam es, dass ich bereits im TukTuk von der Straße aus den Zug in den Bahnhof einfahren sah, der TukTuk-Fahrer gab noch mal richtig Gas, im Rausspringen bezahlte ich und sprintete los, um noch den Zug zu bekommen. Doch genau in der Sekunde als ich den Fahrkartenschalter erreichte, fuhr der Zug ohne mich los. Aus 20 Meter Entfernung konnte ich ihm nur noch zuwinken. Der nächste Zug sollte erst in 4 Stunden fahren. Damit war es klar, dass ich doch erneut mit dem local bus nach Colombo fahren müsste. Doch der Mitarbeiter gab mir noch einen wertvollen Tipp: Ich könne auch mit dem Highway Bus fahren, der wäre viel schneller.

Augen zu & durch
Sehr cool. Dachte ich mir. Glückselig ging ich zum Busbahnhof und wurde gleich in die srilankanische Realität zurückgeholt. Denn an der Haltestelle des Highway Buses war eine endlose Schlange. Mir wurde klar, dass ich jetzt doch wieder den local bus nehmen müsste. Egal, Augen zu & durch. Doch diesmal war die Fahrt gar nicht so schlimm. Für 60 Rupien (ca. 40 Cent) ging es nach Colombo – und sogar verhältnismäßig zügig. So benötigte der Bus diesmal tatsächlich nur seine vorgesehenen 1,5 Stunden.

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Erst mal seelenruhig über den Markt schlendern
Angekommen. Der Bus hielt außerhalb des Busbahnhofs gegenüber von einem Markt. Alle die, die mich kennen, wissen wie sehr ich Märkte liebe. Und da ich jetzt ohne meine beiden Männer unterwegs war, konnte ich mich seelenruhig ins Markt-Getümmel stürzen und ENDLICH ungestört sehr, sehr viele Fotos machen …

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Pettah: quirlig, geschäftig & extrem farbenfroh
Nach dem Markt entschloss ich mich zu einem Spaziergang durch das quirlige, geschäftige & farbenfrohe Stadtviertel Pettah. Die Kamera stets griffbereit. Auf der Hauptstraße Olcott Mawatha bog ich auf der Höhe vom Hauptbahnhof rechts in die 1st Cross Street ein.

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Und plötzlich bin ich mitten im Geschehen. Spätestens jetzt weiß ich, dass mich die Stadt Colombo bereits in ihren Bann gezogen hat. Hier in den Gassen tummelt sich das wahre Sri Lanka. Ein bunter Mix verschiedener Kulturen, Ethnien & Religionen. Seit Jahrhunderten leben hier Muslime, Buddhisten, Hinduisten & Katholiken sowie Tamilen & Singhalesen friedlich miteinander. Dicht an dicht stehen verschiedene Läden, überall wird ge- & verkauft, an jeder Ecke gibt es etwas zum Essen, Menschenmassen laufen herum – und das alles in einer sehr übersichtlichen & angenehmen Atmosphäre.

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Weiter geht´s nach Kotahena
Ich schlendere die 1st Cross Street entlang bis zur wunderschönen jami ul-Alfar Moschee (Legoland lässt grüßen) und biege rechts in die Bankshall Street, folge dem Straßenverlauf und biege am Kreisel links in die schmale Sea Street ein. Auf meinem Weg ins nächste Stadtviertel Kotahena passiere ich etliche beeindruckende hinduistische Tempel & katholische Kirchen, zahlreiche Verkaufsstände & Läden, kaufe mir einen frischgepressten Maracujasaft und lasse mich einfach weitertreiben.

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Ich bin erstaunt, wie verhältnismäßig sauber die Straßen sind. Hieß es nicht, dass Colombo sehr dreckig sei? Kann ich auf jeden Fall in Pettah & Kotahena nicht bestätigen. Da habe ich bereits schlimmere asiatische Metropolen erlebt. Außerdem empfinde ich den Verkehr hier als durchaus ertragbar. Und vor allem beeindruckt bin ich von den guten Bürgersteigen & Straßen. Hier kann man sich definitiv sehr gut auch mit Kind & Buggy vorwärtsbewegen.

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Wolfendhal Church, President’s House & Galle Face Green
An der berühmten Wallfahrtskirche St. Anthony biege ich rechts noch in die Vivekanada Hill Road ein und entscheide mich, ab jetzt meine Erkundungstour durch Colombo mit einem TukTuk fortzuführen. Mit dem Fahrer mache ich 800 Rupien (ca. 5 Euro) aus. Und gemütlich vom TukTuk aus lasse ich das Stadtbild Colombos an mir vorbeiziehen. Auf dem Wege sehe ich mir die Wolfendhal Church, eine weitere Kirche und einen hinduistischen Tempel an. Dann fahren wir am streng bewachten President´s House vorbei, von außen kann ich einen kurzen Blick erhaschen. Weiter geht’s zum mondänen World Trade Center, vorbei an vielen modernen Hochhäusern, kurzer Halt am alten Parlamentsgebäude (ein wirklich schönes neoklassizistisches Bauwerk), nächster Zwischenstopp wird am Leuchtturm eingelegt bis es dann zur letzten Station geht: Galle Face Green. Die langegezogene Uferpromenade kann sicherlich als das Herzstück Colombos bezeichnet werden. Hier treffen sich junge & alte Leute zum Flanieren und genießen den wunderschönen Blick aufs tobende Meer.

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Colombo Reisebericht 49Time to say goodbye – wir sehen uns bestimmt wieder
Ich bin ganz verzaubert von diesem Ort – und irgendwie fällt es mir schwer, mich loszureißen. Aber so langsam wird es spät und ich muss zurück zu meinen 2 Männern, die in Negombo schon sicherlich sehnsüchtig auf mich warten. Ich lasse mich zum Busbahnhof fahren. Gegen unsere Vereinbarung will der TukTuk-Fahrer auf einmal mehr Geld von mir. Ich bin ein wenig genervt, schließlich passiert mir das nicht das erste Mal in Sri Lanka. Ich gebe ihm 1.000 Rupien und gehe zum Busbahnhof. Durch Menschenmassen bahne ich mir meinen Weg zum Bus nach Negombo. Ich steuere wieder den local bus an, aber da meint plötzlich ein alter Mann, ich soll zum Highway Bus gehen. Ich kann meinen Augen nicht trauen. An der Bushaltestelle warten gerade mal 40 Leute. Wenn ich also Glück habe, kann ich gleich mit dem nächsten Bus mitfahren. Denke ich. Und einen kurzen Moment später kommt auch der Bus, tatsächlich passe ich sogar mit rein, erwische zwar einen ungemütlichen Sitzplatz, aber das ist okay für mich, denn die Fahrt (110 Rupien) soll ja nur 45 Minuten dauern. Die tiefstehende Sonne lässt Colombo in einem besonderen goldigen Licht erscheinen. An mir ziehen noch etliche weitere Bilder dieser 2 Millionen Metropole vorbei, bis wir irgendwann die Stadt verlassen und auf der Autobahn wieder gen Negombo fahren …

Colombo – mein Fazit:
Ich bin sehr froh, dass ich Colombo eine zweite Chance gegeben habe. Zweifelsohne ist die Metropole – in die der Legende nach bereits Buddha vor über 2.500 Jahren seinen Fuß ans Ufer gesetzt hat – vollgestopft, laut & heiß. Dennoch bietet die Stadt auch ein pulsierendes, buntes, quirliges und absolut spannendes Stadtbild. Die Voraussetzung ist jedoch, dass man sich auf die Stadt einlassen kann. Ich weiß nicht, wie ich Colombo am Anfang meiner Reise empfunden hätte. Doch nachdem ich bereits viel von Sri Lanka gesehen – und prägende Begegnungen mit Kultur, Land & Leute gemacht habe, war ich bereit für die Hauptstadt. Gleich als ich aus dem Bus gestiegen bin, merkte ich, dass Colombo mich in seinen Bann gezogen hatte. Und irgendwie war ich fast traurig, dass ich nicht ausreichend Zeit hatte, mehr zu sehen. Wer also das wahre facettenreiche Sri Lanka kennenlernen möchte, für den sollte Colombo zum Pflichtprogramm gehören. Das ist meine Meinung. Man kann es entweder so wie ich in einem Tagesausflug von Negombo aus machen – oder gleich für mehrere Tage dortbleiben. Das habe ich mir zumindest vorgenommen. Wenn ich irgendwann nochmal nach Sri Lanka reisen sollte, dann werde ich mindestens 3-5 Tage in dieser spannenden Metropole verbringen. Versprochen!

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Lust auf weitere Berichte? Hier erfährst du mehr von unserer Reise durch Sri Lanka – und andere Reise-Abenteuer rund um die Welt gemeinsam mit meinem kleinen Reisebegleiter.

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