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Kambodscha mit Kindern – Ratgeber für deinen Familienurlaub

Ich gestehe. Ich habe mich in dieses faszinierende & vielseitige Land sofort verliebt. Ich weiß, dass die Meinungen auseinandergehen. Es gibt Reisende, die Kambodscha lieben & diejenigen, die das Land furchtbar finden. Ich habe nun das große Glück, zur ersten Kategorie zu gehören. Denn Kambodscha hat es mir & meinem kleinen Sohn nicht schwergemacht, das Land & seine Leute sofort in unser Herz zu schließen.

Alleine mit meinem 20-monatigen Kind bin ich im November 2016 ganz spontan zu unserer abenteuerlustigen Kambodscha-Reise mit dem Rucksack aufgebrochen. 4 Wochen sind wir beide gemeinsam durchs Land gereist, haben spektakuläre Dinge gesehen, unvergessliche Begegnungen gemacht und sehr viele Menschen kennengelernt. Auf unserer Reise konnte ich zahlreiche Informationen sammeln, die ich jetzt an dich weitergeben möchte – und die dich bei der Planung unterstützen sollen.

In diesem Ratgeber findest du ausschließlich spezifische Informationen & Tipps rund um das Thema Kambodscha mit Kindern. Dieser Kambodscha-Ratgeber widmet sich 20 verschieden Themen, die uns Eltern vor & während einer Reise beschäftigen:

Ist Kambodscha mit Kindern geeignet? Kinderfreundlichkeit, worüber sollte ich mir im Klaren sein?, Sicherheit, Impfungen bei Kindern, beste Reisezeit für den Familienurlaub, Pass & Visum fürs Kind, Straßenverhältnisse, Verkehr, Busfahren, wie lang sind die Strecken?, Kindersitz, Tuk-Tuk-Fahren, Hygiene, Unterkünfte, Highlights mit Kindern, Strände, Angkor Wat mit Kleinkind, Packliste, Reiseapotheke, Windeln & Milchpulver in Kambodscha & Essen. Abschließend findest du noch mein persönliches Fazit zum Thema Kambodscha mit Kindern.

Außerdem empfehle ich dir, zur Vorbereitung auch meinen allgemeinen Kambodscha Travel Guide zu lesen. Hier findest du detaillierte Informationen zu den allgemeinen Themen wie Land, Leute, Geschichte, Wetter, Reisedauer, Visum, Sicherheit, Geld, Kosten & Budget, Unterkünfte, Internet & Telefon, Essen & Fortbewegung.

1. Kambodscha mit Kindern – ein vielfältiges Urlaubsland
Eins vorneweg. Kambodscha ist ein wunderschönes & facettenreiches Land. Deswegen gehört es mittlerweile zu meinen persönlichen Top 5 Lieblingsländern weltweit. Es ist vielseitig, lässt sich sehr gut, individuell bereisen und bietet auch für Kinder einen tollen abwechslungsreichen Mix. Die quirlige moderne Hauptstadt Phnom Penh, das sympathische Battambang, die atemberaubenden Tempel von Angkor Wat, malerische Reisfelder, glanzvolle Pagoden, dichter Dschungel, faszinierende Flusslandschaften, wunderschöne Wander- und Trekkingwege, verschlafene Bergregionen mit magischen Wasserfällen, der größte Süßwassersee Asiens mit seiner einzigartigen Mangrovenlandschaft, wunderschöne Strände, paradiesische Inseln, exotische Tiere, tropische Pflanzen und noch vieles mehr.

Viele gute Gründe, um das Abenteuer Kambodscha, auch mit seinen eigenen Kindern zu wagen. Das ist meine Meinung. Denn ich kann dieses faszinierende Land allen Eltern wärmstens weiterempfehlen. Und auch mit Kleinkindern oder einem Baby ist Kambodscha ein ideales Reiseziel.

2. Sind die Kambodschaner kinderfreundlich?
Am meisten hat mich in Kambodscha die Freundlichkeit der Menschen beeindruckt. Generell hatte ich den Eindruck, dass die Kambodschaner sehr offene Menschen sind – aber klar, mein kleiner blonder Reisebegleiter war ein sehr wirksamer Magnet, um dort Leute kennenzulernen. Egal, wo wir waren, wir mussten nur kurz stehen bleiben und schon waren Menschen um uns herum. Ob jung oder alt, die Kambodschaner scheinen extrem kinderfreundlich – ja sogar kindervernarrt – zu sein. Auf dem Land haben uns sogar einige Familien zum Spielen in ihr Haus eingeladen.

Außerdem haben wir überall sehr viele Kinder getroffen. Dann kamen immer die etwas Größeren zu uns und nahmen meinen Sohn mit, damit er mit ihnen spielen konnte. Da machte mein Mama-Herz immer große Luftsprünge, als ich mit anschauen durfte, wie schnell er überall neue Freunde fand.

Meine Meinung: Auf unserer Reise haben vor allem die Menschen, denen wir begegnet sind, Kambodscha zu einem ganz besonderen Reise-Erlebnis gemacht.

3. Was sollte man wissen, wenn man nach Kambodscha mit Kindern reist?
Da die Kambodschaner so kinderverrückt sind, solltest du dir darüber im Klaren sein, dass dein Kind sehr oft im Mittelpunkt stehen wird. Denn so ein kleiner süßer Exot kommt ja schließlich nicht täglich an der eigenen Haustür vorbei. Dementsprechend wollen viele Menschen dein Kind anfassen, ihm das Gesicht oder den Kopf streicheln oder auf den Arm nehmen. Ich weiß, dass nicht alle Kinder und Eltern mit so einer extremen Aufmerksamkeit zurechtkommen. Dennoch rate ich jedem, sich vorab mit dieser unumgänglichen Tatsache auseinanderzusetzen. Wie gehe ich damit um? Wie möchte ich mein Kind schützen? Wie kann ich mein Kind langsam an diese Aufmerksamkeit gewöhnen? Und wie kann ich mich selber damit arrangieren?

Meinem kleinen Mann hat die Aufmerksamkeit meistens sehr gut gefallen – und er hat es regelrecht genossen, so viel im Mittelpunkt zu stehen. Deswegen war es für mich auch okay. Ich habe ihn oft mit seinem Umfeld interagieren lassen und mich nur sehr selten eingemischt. Wenn ich aber gesehen habe, dass er nicht so gut drauf oder müde war, dann habe ich ihn sofort aus solchen Situationen rausgenommen. Und entweder ihn in den Buggy gesetzt, an die Hand oder in die Trage genommen. Oder einfach nur gesagt, das Kind ist müde – dafür hat grundsätzlich jeder Verständnis.

4. Sicherheit: Ist Kambodscha mit Kindern nicht zu gefährlich?
Ich habe mich in Kambodscha immer sehr sicher gefühlt. Und auch als alleinreisende Mama wurde ich weder belästigt noch habe ich irgendwelche dummen Sprüche gehört. Im Gegenteil, die Menschen waren mir gegenüber immer sehr offen und hilfsbereit. Auch nach Einbruch der Dunkelheit habe ich mich sogar in Phnom Penh nicht unwohl oder gefährdet gefühlt. Natürlich sollte man immer sehr umsichtig mit seinen Wertsachen umgehen, mit einer gesunden Portion Vorsicht durchs Land reisen – und stets auf sein Bauchgefühl hören. In Phnom Penh wird massiv vor Taschendieben gewarnt. Hier solltest du also noch verstärkter auf deine Sachen aufpassen.

Generell ist es selbstverständlich, dass du dein Kind nie großartig aus den Augen lassen solltest. Schnell können vor allem Kleinkinder im Gedrängel auf dem Nachtmarkt verloren gehen, unkontrolliert auf die Straße rennen, in einen Fluss oder Graben fallen. Deswegen ist eigentlich immer ein vorrausschauendes Denken erforderlich. Was könnte als nächstes passieren? Wo lauert eine Gefahr? Dennoch sollte man auf keinen Fall ständig Angst haben – denn Angst ist ein sehr schlechter Reisebegleiter.

Als wir in Kambodscha waren, kamen manchmal Leute und haben meinen Sohn mitgenommen, um ihm beispielsweise ein Küken zu zeigen, ihre eigenen Kinder vorzustellen oder mit ihm Blumen zu gießen. Manchmal bin ich mitgegangen und habe ihn dann etwas aus dem Abseits beobachtet, manchmal habe ich ihn für einen kurzen Moment auch alleine gehen lassen. Ich hatte nie Angst, dass ihm dabei etwas geschehen könnte, da die Kambodschaner so freundliche, offene und auch umsichtige Menschen sind. Ich empfehle hier, vor allem auf sein eigenes Bauchgefühl zu hören – und die Kinder einfach auch ihre eigenen Begegnungen machen zu lassen

Allgemein sollte man sehr vorsichtig bei Tieren sein, da man nie weiß, ob sie irgendwelche Krankheiten haben. Auch wenn es mir schwerfiel, durfte mein Sohn keine Hunde oder Katzen streicheln – und auch Affen haben wir uns stets gemeinsam aus einer sicheren Distanz angeschaut.

Auf das Thema Krankheiten wie Dengue-Fieber, Malaria & Co. möchte ich nicht näher eingehen, da mir hierzu das breite Fachwissen fehlt, um wirklich eine Meinung oder gar Empfehlung aussprechen zu können. Ich empfehle jedem, den Rat eines Mediziners einzuholen. Weiterführende Infos zu diesem Thema findet ihr hier.

5. Zusätzliche Impfungen für Kinder
Bevor man mit seinen Kindern nach Kambodscha reist, sollte man sich vorab mit der Impfthematik auseinandersetzen, fachmännischen Rat beim Kinderarzt oder im Tropeninstitut suchen – und anschließend für sich selber abwägen, ob das eigene Kind zusätzlich zu den Standardimpfungen (Tetanus, Polio, Masern) auch noch weitere bekommen soll. Grundsätzlich raten einige Mediziner zu Hepatitis, Typhus, Dengue-Fieber und / oder Japanische Enzelphalitis. Ich möchte allerdings an dieser Stelle erneut keine Empfehlung aussprechen. Ich persönlich habe mich dazu entschlossen, meinen Sohn vorerst nicht zusätzlich impfen zu lassen. Jedoch sollte jedes Elternteil dieses für sich selber entscheiden. Weitere Infos zum Thema Impfungen für Kambodscha findet ihr hier.

6. Wann ist die beste Reisezeit für einen Familienurlaub in Kambodscha?
Wie bereits in meinem Kambodscha Travel Guide zusammengefasst, herrscht in Kambodscha tropisches Klima. Das bedeutet, dass es dort ganzjährig warm ist und es zu wenigen Temperaturschwankungen kommt. Die Trockenzeit beginnt im November und geht 6 Monate. Von November bis Februar liegen die Durchschnittstemperaturen bei 25-30 Grad. Beachte bei deiner Planung, dass in diesen Monaten auch die meisten Touristen ins Land kommen und es deswegen an einigen Hot Spots – zum Beispiel in Siem Reap oder auf Koh Rong & Koh Rong Samloem – ziemlich voll werden kann. Insbesondere über Weihnachten und Silvester.

Im März & April wird es noch mal richtig heiß, dabei sind Temperaturen über 40 Grad keine Seltenheit. Deswegen eignen sich diese Monate meiner Meinung nach nicht für eine Reise gemeinsam mit einem Kind. Von Mai bis Oktober herrscht dann wieder Regenzeit. Das bedeutet aber nicht zwingend, dass es die ganze Zeit ununterbrochen regnet. Es kann mal durchaus ein paar Tage geben, an denen es nicht aufhören will, zu regnen. Meistens jedoch gibt es regelmäßig ein paar kräftige, abkühlende Regenschauer, die ein paar Stunden anhalten – und danach scheint wieder die Sonne.

Meine Empfehlung: Ich persönlich bin mit meinem Sohn Mitte November bis Mitte Dezember dort gewesen – und fand diesen Zeitraum ideal. Wenn man zeitlich etwas flexibler ist und seinen Urlaub nicht unbedingt während der Weihnachtsferien nehmen muss, ist für Kambodscha auch der Monat Februar ein optimaler Zeitraum. Wer ein bisschen risikofreudiger ist, kann seinen Geldbeutel vor allem während der Regenzeit ordentlich schonen. Da während dieser Zeit deutlich weniger Touristen in Kambodscha reisen, sind auch die absoluten Hot Spots kaum überlaufen. So gibt es ein sehr gutes Angebot an Unterkünften zu deutlich günstigeren Preisen. Daher bin ich der Meinung, dass auch die Monate Mai / Juni und Oktober sich gut für eine Reise mit Kindern eignen.

7. Reisepass & Visum fürs Kind
Kinder benötigen für die Einreise einen eigenen Pass. Wie für viele andere Länder auch reicht der Kinderreisepass aus, du benötigst für eine Kambodscha-Reise also nicht unbedingt einen Reisepass für dein Kind.

In meinem Kambodscha Travel Guide findest du detaillierte Informationen zur Visabestimmung & -beschaffung. Kinder benötigen ebenfalls ein eigenes Visum. Im Gegensatz zu Sri Lanka musst du leider auch für das Visum deines Kindes den vollen Preis bezahlen. Meine Empfehlung: Da es am Flughafen oder bei den regulären Grenzübergängen zu langen Wartezeiten kommen kann und du dich nicht darauf verlassen kannst, dass es einen speziellen Schalter für Familien gibt, solltest du für dich & deine Familie vorab das eVisa beantragen.

8. Straßenverhältnisse & Verkehr
Obwohl die wichtigsten Verbindungsstraßen in Kambodscha immer weiter ausgebaut werden, geht es dennoch vielerorts nur auf staubigen Schotterpisten voran. Da können schnell 50 Kilometer zu einer ewig langen holperigen Fahrt über Stock & Stein werden. Vor allem mit Kindern nicht unbedingt das allergrößte Vergnügen. Deswegen solltest du dich vorab informieren, wie die Straßenverhältnisse zum nächsten Ziel sind – und abwägen, ob die Fahrt mit deinem Kind vereinbar ist. Ich habe mich beispielsweise bewusst gegen eine Fahrt in die wunderschöne Stadt Kratie (bekannt für Flussdelphine) entschieden, da wir 6 Stunden auf so einer Schotterpiste hätten fahren müssen.

Zum Thema Verkehr in Kambodscha. Die gute Nachricht zuerst: In Kambodscha herrscht Rechtsverkehr. Die schlechte Nachricht: Ja, der Verkehr kann schon sehr chaotisch und unübersichtlich werden, vor allem in Phnom Penh. Dennoch fande ich den Verkehr im Vergleich zu anderen asiatischen Ländern nicht so schlimm. Wer schon mal in Bangkok, Jakarta, Kuala Lumpur, Colombo & Co. war, könnte die Fahrweise der Kambodschaner sogar als recht umsichtig einstufen. Ich habe eigentlich immer großes Vertrauen zu meinen Tuk-Tuk- oder Busfahrern gepflegt und nie Angst gehabt.

9. Rumreisen mit Kind – Busfahren
In Kambodscha gibt es ein sehr gut organisiertes und umfassendes Busnetz. Deswegen ist es in Kambodscha relativ unproblematisch, von A nach B zu kommen – und nicht unbedingt notwendig, einen eigenen Fahrer zu engagieren. Es gibt sehr viele verschiedene Busgesellschaften, über die im Internet ganz unterschiedliche Meinungen kursieren. Von super sicher bis absolut gefährlich – weil die Fahrer übermüdet oder gar auf Drogen sind – ist alles dabei. Vor meiner Kambodscha-Reise war ich der festen Überzeugung, dass ich nur mit den großen Überlandbussen von Giant Ibis reisen werde, da diese Busgesellschaft angeblich zu den sichersten und komfortabelsten gehören soll. Was ich jedoch zuvor nicht beachtet habe, ist, dass diese Busse auch viel länger benötigen als die kleinen Minibusse, die aufgrund von zahlreichen geschickten Überholmanöver sich schneller durch den Verkehr schlängeln. Das kann zum Beispiel auf der Strecke von Phnom Penh nach Kampot schon eine Zeitersparnis von 2 Stunden bringen – mit Kindern also kein unwesentlicher Faktor.

Dementsprechend bin ich bis auf eine Ausnahme ausschließlich mit Minibussen gefahren – und fande jede Fahrt okay oder akzeptabel. Da ich Geld sparen wollte, habe ich immer nur ein Ticket für mich gekauft. Beachte dabei, dass die Minibusse meistens sehr vollgestopft werden, das bedeutet, dass dein Kind keinen eigenen Sitzplatz bekommt und es die ganze Fahrt über auf deinem Schoss sitzen musst. Wenn du also eine längere Busfahrt planst, ist es vielleicht ratsamer, auch für dein Kind ein Ticket zu kaufen.

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Bei den Minibussen ist in der Regel immer ein Abholservice dabei. Du wirst in deiner Unterkunft entweder vom Bus oder einem Tuk Tuk abgeholt, das dich dann wiederum zum Bus bringt. Die Fahrer helfen dir eigenständig immer mit dem Gepäck, was natürlich vor allem mit einem Kind eine große Entlastung ist. Blöd ist nur, wenn du irgendwann als letztes abgeholt wird und der Bus bereits bis zum Dach vollgestopft mit dem Gepäck der Mitreisenden ist. Das ist mir persönlich einmal passiert. Ich merkte sofort, wie sich die Miene des Fahrers beim Anblick meines Gepäcks verfinsterte. Denn jetzt stand er vor der riesigen Herausforderung, irgendwie meinen großen Rucksack, Buggy & Reisebett reinzustopfen. Ich habe überhaupt keine Ahnung, wie er das gemacht hat, aber irgendwie klappt es immer. Also lass dich auch in solchen Situationen bloß nicht aus der Ruhe bringen.

Hier geht’s weiter zur Fortsetzung …

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