Alltäglicher Wahnsinn, Alltagsgedanken
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Der Tag, an dem ich merkte, dass meine große Karriere vorbei ist

Dieser Tag war gestern. Denn plötzlich war die Erkenntnis da. Ich musste mir eingestehen, dass für mich als Mutter meine große Karriere vorbei ist. Wie du dir vorstellen kannst, traf mich diese Erkenntnis ziemlich hart. Und sogar mitten ins Herz. Denn seitdem ich im Berufsleben stehe, ist mir mein Job immer sehr wichtig gewesen. Ja, ich gestehe, jahrelang stand mein Beruf sogar an erster Stelle – auch in meinem privaten Leben.

Die Karriereleiter hoch hinauf  
Rückblickend betrachtet, könnte ich sagen: Ich war jung, ehrgeizig und mein Lebensinhalt war mein Schreibtisch. Denn ich wollte etwas erreichen. Hatte das persönliche Bedürfnis, die Karriereleiter hoch hinauf zu klettern. Hart dafür zu arbeiten. Zweifelsohne habe ich damals mein persönliches Glück über meine Erfolge und Niederlagen im Büro definiert. Überstunden? Kein Problem. Am Wochenende arbeiten? Kein Problem. Immer war für mich alles kein Problem. Ich habe sie immer mit nach Hause genommen, habe ihr selten ein freies Wochenende gegönnt. Sie war immer da an meiner Seite – sie verfolgte mich auf Schritt & Tritt. Meine Arbeit. Denn ich wollte etwas erreichen. Und war bereit, für meine Karriere alles zu geben.

An meinem letzten Arbeitstag kamen mir die Tränen
Und plötzlich war alles anders. Meine berufliche Situation änderte sich schlagartig. Ich wurde schwanger. Während der Schwangerschaft arbeitete ich noch härter als zuvor. Ich wollte bei meinem Chef einen guten Eindruck hinterlassen und noch so viel schaffen. Als ich mich in den Mutterschutz verabschiedete, weinte ich. Denn ich konnte mir einfach nicht vorstellen, auf einmal raus zu sein. Nicht mehr ins Büro zu müssen. Ich sehnte mir den Tag herbei, an dem meine Elternzeit vorbei wäre – und ich ENDLICH wieder anfangen könnte zu arbeiten.

Doch mein Chef hatte andere Pläne
Wie gut, dass ich damals nicht den leisesten Schimmer davon hatte, dass ich meinen Schreibtisch für immer verlassen würde. Zumindest den Schreibtisch in meiner alten Firma. Denn hätte ich an meinem letzten Arbeitstag geahnt, dass mich mein Chef gleich im Anschluss an meine Elternzeit kündigt, wäre für mich eine Welt zusammengebrochen. Ich wäre sofort in ein unsagbares tiefes Loch gefallen.

Ich hatte mich grundlegend verändert
Wie gut, dass mich das tiefe Loch erst viele Monate später traf. Denn plötzlich war ich Mutter. Ich hatte mich in den vergangenen 14 Monaten grundlegend verändert. Meine Definition von Glück hatte sich ebenfalls mit mir geändert. So warf mich die Hiobsbotschaft von meinem Ex-Chef nicht allzu hart. Ich weiß, was ich kann – und dass ich in meinem Beruf gut bin. Sagte ich mir immer wieder. Ich versuchte mich aufzumuntern: Auch andere Chefs haben schöne Jobs.

Plan A, Plan B, Plan C – oder doch vielleicht Plan D?
Seit der Kündigung arbeite ich wieder sehr hart. Jede freie Minute investiere ich in meine neue Karriere. Mit einem großen Enthusiasmus arbeite ich an Plan A, mit einer unbändigen Leidenschaft verfolge ich Plan B, für den Fall der Fälle existiert bereits ein Konzept für Plan C – und ja, für den allergrößten Notfall gibt es sogar schon einen Plan D. Zumindest in meinem Kopf. Denn als Mama in der Arbeitswelt Fuß zu fassen, gestaltet sich als SEHR SCHWIERIG. Ich hätte es tatsächlich nicht gedacht. Ich war immer davon überzeugt, dass es für mich leicht sein wird, einen tollen Job zu finden. Falsch gedacht!

Der Tag, an dem ich merkte, dass meine große Karriere vorbei ist
Gestern war also der besagte Tag, an dem ich merkte, dass es mit meiner großen Karriere vorbei ist. Ich hatte mein viertes Bewerbungsgespräch. Bei einer großen internationalen Firma für die Position eines digitalen Marketing-Managers. Genau mein Ding! Dachte ich mir. Und mit großer Zuversicht ging ich ins Gespräch. Doch während der Vorstellungsrunde wurden mir plötzlich zwei Dinge klar. 1. Der Job ist der absolute Hammer, wenn du diesen Job bekommst, bist du endlich ganz weit oben angekommen. Auf der Karriereleiter. 2. Du kannst so einen Job niemals mit einem Kind managen – ohne dass du deinen Sohn extrem vernachlässigst …

Die Erkenntnis
Diese Erkenntnis traf mich sehr hart. Denn die Anforderungen waren einfach zu hoch. In jenem Moment musste ich es mir eingestehen. Nicht nur, dass dieser Job eine 40-Stunden Woche von mir fordert – was für mich durchaus okay ist –, sondern auch unflexible Arbeitszeiten, viele Überstunden („bei uns kann der Bürotag schon mal bis 20 oder 22 Uhr gehen“), Auslandsreisen und und und … Nein. Das geht nicht. Denn wenn ich meinen Sohn regelmäßig ins Bett bringen möchte, dann kann ich so einen Job nicht machen. Ich kann nicht ausschließlich für meinen Beruf da sein, denn ich habe eine große Verantwortung für meinen Sohn. Ich bin seine Mami, ich muss für ihn da sein.

Der Traum von der großen Karriere
Und obwohl ich so gar nicht weiß, ob ich überhaupt eine realistische Chance habe, es in die nächste Bewerbungsrunde nach Italien zu schaffen, war für mich dennoch klar, dass meine Reise an dieser Stelle vorbei ist. Ich habe gestern den Traum von der großen Karriere begraben. Denn die geforderten Opfer sind mir einfach zu hoch. Und was jetzt? Soll ich mir den weiteren harten Kampf gleich ersparen und mich irgendwo im Supermarkt bewerben?

Plan A, Plan B, Plan C – und wenn es sein muss, dann halt Plan D
Nein. Ich mache weiter wie die Tage zuvor. Denn ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass irgendwo da draußen, der tolle Job auf mich wartet, der familienfreundlich ist – und mir zudem auch noch Spaß macht. Das ist mein Plan A. Bis dahin arbeite ich mit meiner unbändigen Leidenschaft weiter an meiner Selbstständigkeit, denn das ist mein Plan B. Und wer weiß, vielleicht kann ich in Zukunft einen guten Job mit meiner Selbstständigkeit kombinieren. Das ist zumindest mein Plan C … Und zum guten Schluss möchtest du sicherlich noch wissen, wie denn mein Plan D aussieht. Ich verrate es dir. Zur allergrößten Not werde ich mir irgendeinen Job am Empfang, im Büro, Supermarkt oder ähnliches suchen – und nebenbei meine berufliche Erfüllung in der Selbstständigkeit suchen.

Der Tag danach
Heute ist der Tag danach. Der Tag nach meiner schmerzhaften Erkenntnis. Der Tag, an dem ich meinen Traum von einer großen Karriere begraben habe. Aber ich gebe nicht auf. Im Gegenteil. Denn plötzlich sind so viele Ideen da, wie ich mich beruflich neu (er-) finden kann. Und auf einmal ist auch der Mut da, diese Ideen – die  schon sehr lange im mir schlummern – auch anzugehen. Endlich kann ich mich meinen Herzensthemen zu wenden, ich kann ein Buch schreiben, Konzepte erstellen, Unternehmen beratend zur Seite stehen … Ich kann einfach so viel. Und jetzt ist die Zeit ENDLICH reif und genau richtig …

Der Tag Null
Heute ist also mein persönlicher Tag Null. Der Tag, an dem ich zwar den Traum von einer großen Karriere begraben habe – aber  auch gleichzeitig anfange, meine Definiton von meinem Karriere-Glück zu ändern. Meinen (neuen) Lebensumständen anzupassen. Ab sofort arbeite ich mit großem Enthusiasmus & viel Leidenschaft an MEINEN Plänen – und halte dabei die Augen offen nach einem anderen Arbeitgeber. Einem Chef oder Auftraggeber, dem es kein Dorn im Auge ist, dass ich Mutter bin. Der dafür Verständnis hat, dass die Mitarbeiterin pünktlich Feierabend macht, um ihren Nachwuchs zeitig abzuholen. Und obwohl ich gerade keine Ahnung habe, woher ich diese Zuversicht nehme, bin ich mir gerade dennoch sicher, dass ich irgendwann zu mir sagen werde:  Ja, ich habe es geschafft. Ich habe es geschafft, sowohl mein berufliches als auch Familienglück unter einen zufrieden & harmonischen Hut zu bringen …

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70 Kommentare

    • gabriela_urban sagt

      Hallo Katja, danke fürs Daumendrücken … Und was machst du innerhalb der nächsten 5 Jahre????

        

  1. Hi Gabriela,

    das hört sich aber desillusionert an.

    Ich war nie auf Karriere aus, will nur einen Job, der mir Spaß macht und wo ich genug Geld verdiene. Warum? Weil ich denke, dass man einfach nichts von einer Karriere hat. Man macht viel Geld und hat Verantwortung. Toll. Dafür hat man keine Freizeit, kein Privatleben und immer das Gefühl gestresst und gehetzt zu sein. Irgendwann passt deinem Chef deine Nase nicht oder es muss gespart werden und dann passiert genau das, was dir passiert ist, du wirst rausgeworfen, ersetzt oder degradiert. Was haben die ganzen Verzichte die Jahre davor gebracht? Am Ende nichts.

    Für ein Kind bist du nicht ersetzbar oder austauschbar. Für dein Kind bist du wertvoll, egal was du arbeitest und jede Minute, die du mit ihm verbringst ist für euch beide ein Gewinn, grad in den ersten Lebensjahren.

    Wenn Du dein Kind nur noch morgens zum Kindergarten bringst und abends ins Bett, verpasst du viel. Ich denk mir immer, hey ich hab doch kein Kind bekommen um es nur von anderen erziehen zu lassen. Als ich AuPair war, ging die Mutter immer um 8 los und kam um 18 Uhr wieder. Die Kinder drehten dann nochmal richtig auf, weil sie sich so freuten sie zu sehen. Das war niedlich, aber auch irgendwie traurig, weil die Mama so viele wertvolle Momente verpasst hat. Letztlich muss aber jeder selbst entscheiden ob er Vollzeit arbeiten möchte oder nicht. Ich möchte und kann da über niemanden richten.

    Versteh mich nicht falsch, ich bin auch keine Übermutter. Ich denke es ist gut für die Entwicklung, wenn das Kind gewisse Zeit in den KiGa oder Krippe geht. Und wenn ich arbeite, tut mir das auch gut, weil ich das Gefühl habe bekloppt zu werden, wenn ich nur zu Hause bin.

    Aber mach dir Mut, es gibt da draußen noch eine Menge anderer Jobs zwischen Karriere und Empfangsdame. Ich hatte Glück und habe einen Supertollen Job bekommen. Ich kann ihn mir selbst gestalten, hab freie Hand und kann mich in viele Richtungen entwickeln. Mein Gehalt ist gut, die Arbeitszeiten flexibel. Mein Chef, obwohl jung und ohne Kinder, hat vollstes Verständnis, wenn ich morgens anrufe und bescheid sage, dass das mit dem Arbeiten nichts wird, weil mein Sohn 40 Fieber hat. Dann arbeite ich die Stunden eben nach oder ich gebe eine Kinderkrankmeldung ab.

    Vielleicht musst du einfach die Augen auf halten und andere Stellen testen. Und mit einem Quäntchen Glück wird es dir gut gehen, du findest einen erfüllenden Job, auch ohne Karriere.

    Alles Liebe, Nina

      

    • gabriela_urban sagt

      Hallo Nina, vielen lieben Dank für deine Worte. Bei mir war das doch ein zimelich langer Prozess – und eigentlich bin ich immer noch dabei – das zu erkennen, was du beschreibst. Aber du hast recht. Dein Chef ist ersetzbar, dein Kind nicht. Ich habe mir dirket nach meiner Kündigung einen riesigen Stress gemacht, sehr schnell einen adäquaten Job zu finden. Ich habe mich geschämt, dass ich gekündigt wurde … Jetzt habe ich langsam realisiert, dass es gut war. Und dass mich dieser RIESIGE Umweg vielleicht zu meinem nächsten Job bringt, der mich viel mehr erfüllt – und in dem ich meinem Job und meiner familie gerecht werden kann. Ich habe zwar das Gefühl, dass dieser Weg bis dahin noch sehr steinig sein wird, aber ich gebe die Hoffnung nicht auf 😉 Liebe Grüße Gabriela

        

  2. Die Frage ist, wie man Karriere definiert. Ist es Karriere, wenn man 60 Stunden die Woche arbeitet, viel Geld verdient und es im Endeffekt nicht ausgeben kann, weil man keine Zeit dafür hat?

    Ich habe meine Definition von Karriere auch neu definiert. Ich denke der Luxus unserer Generation ist Zeit. Während meine Eltern-Generation noch sehr darauf bedacht war als Statussymbol ein Auto zu fahren, so merke ich heute, dass mir das überhaupt nicht wichtig ist. Ich genieße es ein wenig Zeit für mich selbst zu haben und einen Job der fair bezahlt ist und Spaß macht. Das habe ich mit meiner Selbständigkeit geschafft und das freut mich auch sehr.

    Ich denke am Ende unseres Lebens werden wir nicht auf große Karrieren zurückdenken, sondern an schöne Momente des Glücks. Und wo man Glück und Zufriedenheit findet muss man selber wissen. Bei mir ist das jedenfalls nicht am Schreibtisch…. Nicht mehr… 😉

    Ich wünsche dir, dass du deinen Traum-Job findest!

      

    • gabriela_urban sagt

      Ich bin gerade auch dabei, meine Definition von (glücklicher) Karriere zu ändern. Denn mein Kind hat mir gezeigt, dass es wichtigere Dinge im Leben gibt … Und ganz ehrlich, ich bin so froh darüber, dass die Erkenntnis überhaupt bei mir kam. Stell dir vor, du wachst irgendwann auf, bist alt & frustriert, hast keine Kinder, stehst dafür aber sehr hoch auf der Karriereleiter … Nee, ich bin sehr froh, dass mir das erspart geblieben ist.

      Und du hast absolut recht, am Ende deines Lebens zählen nicht die Überstunden in deinem Job, auch nicht das große Auto in deiner Garage, sondern die glücklichen Momente, die du erleben durftest 😉 Freue mich, wenn du mir weiterhin die Daumen drückst, bei meiner Suche nach meinem Traum-Job … Liebe Grüße Gabriela

        

  3. Ich war gerade im Politik- und Soziologiestudium als ich schwanger wurde. Auf die große Karriere bin ich nicht aus und war es noch nie. Meine Erfüllung finde ich derzeit im Mutter-sein. Selbstverständlich habe ich noch Träume, die ich beruflich befriedigen möchte. Da wir finanziell aber über die Runden kommen, mache ich mir darüber noch keine Gedanken. Nun ist die Familienplanung vordergründig und alles andere kommt später.

    Ich finde deinen Einblick, in dein Leben aber sehr interessant und kann dich verstehen. Aber denk dran: eine Tür schließt sich, die andere öffnet sich. Irgendwann ist dein Sohn erwachsen und spätestens dann, sieht der Plan wieder ganz anders aus!

    Alles Liebe
    Nina

      

    • gabriela_urban sagt

      Hallo Nina, vielen Dank für den Einblick, den du mir in dein Leben gewährst 😉 Menschen sind sehr unterschiedlich – und das ist gerade das spannende daran. Für mich ist meine Familie SUUUUPER wichtig – und dennoch ist mir auch mein Job sehr wichtig. Denn ich habe immer das geliebt, was ich gearbeitet habe. Mich erfüllt es sehr und macht mich irgendwie zufriedener. Und wenn ich zufrieden bin, hat mein Sohn irgendwie auch eine glücklichere Mami 😉

      Genau so wie du, glaube ich auch ganz fest daran, dass sich irgendwo eine andere Tür öffnet. Deswegen gebe ich die Hoffnung nicht auf und kämpfe einfach weiter für meine persönliche berufliche Erfüllung … Ganz liebe Grüße Gabriela

        

  4. Teilzeit Mama sagt

    Ich stehe auch gerade an dem Punkt, wo eine Entscheidung getroffen werden muss…

    Momentan bin ich 20h angestellt, war zuvor Teamleiter und bekam wirklich interessante herausfordernde Projekte. Leider ist es jetzt so, dass ich nur noch Projekte bekomme, die sonst keiner will. Das Gehalt ist wirklich sehr gut, aber irgendwie fühle ich mich ziemlich degradiert und langweile mich oft. Mein Nachfolger hat alle meine Projekte weitergeführt und bekommt laufend neue Verantwortung – dabei ist er nicht mal so gut qualifiziert wie ich, macht viele Fehler. Aber vielleicht liegt es dran, dass er ein Mann ist. Nebenbei bin ich selbständig, allerdings kann ich das wenig steuern – manchmal ist viel zu tun, manchmal gar nichts, meist ist es gutes Geld aber nicht herausfordernd. Mit Kind ist man da auch nicht so flexibel für die Kunden, wie man es eigentlich sein müsste.

    Jetzt habe ich einen neuen Job in Aussicht: 35h, internationaler Konzern, Schlüsselposition, hin und wieder Dienstreisen. Auf meine familiäre Situation wird vermutlich Rücksicht genommen, der Chef hat selbst einige Kinder und er besteht nicht drauf, dass ich Vollzeit mache. Mein Mann würde in Teilzeit gehen – irgendwie hat er ja auch einmal ein Recht drauf mehr Zeit mit dem Kind zu verbringen, finde ich manchmal und manchmal auch wieder nicht. Allerdings bin ich sehr unsicher, ob ich wirklich wieder so viel arbeiten möchte. Und auch, ob ich mich nicht damit überfordere. Die Zweifel, ob mein Mann das so gut hinbekommt, sind dann auch noch da.

    Aber egal in welche Richtung ich blicke: es wird bei allen Varianten sehr schwer werden Familie und Karriere unter einen Hut zu bekommen und zufrieden zu sein. Nur Mama sein reicht mir aber auch nicht. Ich möchte mir nur nicht sagen müssen: hätte ich doch nicht meinen Job aufgegeben, hätte ich doch meine neue Chance genutzt, hätte ich doch…

    Wie viel Risiko kann man als Mutter auf sich nehmen, wenn es um die berufliche Erfüllung geht? Ich bin hin und her gerissen…

      

    • gabriela_urban sagt

      Hallo Teilzeit Mama, ich kann deinen Zwiespalt und inneren Disput sehr gut verstehen. Würde mir an deiner Stelle wohl genau so gehen. Und egal wie du dich entscheiden wirst, du wirst bestimmt in vielen Situationen das Gefühl haben, dass du nicht allem gerecht wirst … Vielleicht machen wir Frauen uns einfach VIEL zu viele Gedanken. Zu dieser Sorte würde ich mich auf jeden Fall auch zählen 😉 Und doch bin ich davon überzeugt, dass wir eine gute Intuition haben – und demenetsprechend intuitiv die richtigen Bauchentscheidungen treffen. In diesem Sinne wünsche ich dir, dass du deine richtige Entscheidung triffst … Drücke dir die Daumen und freue mich sehr, wenn du bald schon berichtest. Ganz liebe Grüße Gabriela

        

  5. Es gibt ein altes chinesisches Sprichwort, was mir mal jemand in einer grob ähnlichen Situation genannt hat:

    Die Arbeit läuft Dir nicht davon, wenn Du Deinem Kind den Regenbogen zeigst. Aber der Regenbogen wartet nicht bis Du mit der Arbeit fertig bist.

    Deine Erkenntnis ist hart und tut weh. Umso mehr, weil sie unfair ist. Mit einer solchen Erkenntnis kämpfen wohl nur Mütter.
    Aber sie ist auch eine Chance.
    Eine Chance auf Gelassenheit, auf die neue Chance zu warten den einen wertschätzenden Arbeitsplatz zu finden, der keine Bretter vorm Kopf hat!

    Ich drücke die Daumen!

      

    • gabriela_urban sagt

      Hallo Bine, vielen Dank für diese weisen Worte, die mir gerade aus der Seele sprechen. Du hast mit allem absolut recht. Ich werde mir das chinesische Sprichwort aufschreiben und über meinen Schreibtisch hängen, um mich immer wieder daran zu erinner 😉 Vielen Dank dafür. Ganz liebe Grüße Gabriela

        

  6. Hallo!

    Meine Tochter ist so alt wie dein Sohn.
    Ich bin Krankenschwester und arbeite in der Akutpsychiatrue. Ich arbeite weiterhin im 3-Schichtsystem sowie mein Partner, habe einen Nebenjob (2-2 Tage im Monat zusätzlich und sehr flexibel) und seit Ende der Elternzeit noch ein Kleingewerbe . Ich habe lediglich die Stunden im Hauptjob reduziert und frage mich nur teilweise warum ich das, abgesehen vom finanziellen (wobei ich mit dem allein auch zurecht kommen würde), nicht auch vor dem Kind schon getan habe.
    Was weitere Karriere angeht… mein Kleingewerbe etwas ausbauen und was den Hauptjob angeht- mal sehen, ich möchte die zweijährige Fachweiterbildung (die ist in Vollzeit) zeitnah machen und sonst, denke ich, ist viel möglich, ich weiß aber noch nicht genau was ich möchte. We will see…

    Liebe Grüße

      

    • gabriela_urban sagt

      Hallo Antje, das hört sich doch alles nach einem sehr sinnigen Plan an. Irgendwie glaube ich daran, dass vor allem Mütter eine ganz gute Intuition haben – und dementsprechend intuitiv die richtigen Bauchentscheidungen treffen … ich drücke dir GAAANZ fest die Daumen, dass sein Weg dich glücklich & zufrieden macht – und dass dein Kleingewerbe schon sehr bald erfolgreich ist. Ganz liebe Grüße Gabriela

        

  7. Hier ist es eine ähnliche Geschichte. Ich habe vor Minis Geburt als Marketingleitung gearbeitet. Eine solche Position ist in Teilzeit nicht zu stemmen und Vollzeit (was in leitenden Positionen gerne mal 50 + x Stunden wären) kommt für mich die nächsten Jahre nicht in Frage. Ich arbeite zur Zeit selbstständig von zu Hause aus.
    Das ist keine Dauerlösung. Aber bis die Mini drei ist, erstmal unser Zwischenstep. Wie es weiter geht, keine Ahnung.

    Di siehst also, du bist nicht allein. Ich wünsche dir, dass du deinen Weg (und den deines Nachwuches) findest Karriere und Kind unter einen Hut zu bringen.

      

    • gabriela_urban sagt

      Hallo Jenny, scheint so ein gängiges Marketing-Problem zu sein. Vorher alles geben und danach scheint es das komplette Aus für uns zu sein!? Mal schauen,, welche Wege du und ich noch beschreiten werden. Aber ich bin mir sicher, dass es der richtige sein wird. Zumindest einer, der uns unetrm Strich zufriedener machen wird … Ganz liebe Grüße Gabriela

        

  8. Liebe Gabriela,

    du schreibst mir echt aus der Seele.

    Ich habe bis 5 Tage vor der Geburt gearbeitet (bin ja schon fast immer selbständig). Hatte zwei Jahre zuvor meine – Karriere wäre jetzt übertrieben – aber meine regelmäßigen Aufgaben für einige Zeitungen stark eingeschränkt und mich voll und ganz auf meine Tätigkeit im Sportmanagement bei einem angeblich Freund konzentriert. Es hat mega Spaß gemacht, war aber ein 24/7 Job. Egal – es hat Spaß gemacht und das war und ist mir immer das wichtigste bei der Arbeit. (Und ich Depp hab weil´s so cool war auch noch zu wenig kassiert – sei´s drum…..) Jedenfalls bin ich über rote Teppiche gegangen, habe Weltstars kennen gelernt, bin beim Bambi in der ersten Reihe gehockt…. Nicht, dass man das immer haben muss (bitte nicht falsch verstehen!!!) Ich habe einfach einen Job gemacht wovon ich immer geträumt hatte – Pressesprecherin/teils Managerin von tollen Menschen. Kannst du hier: http://www.kindimgepaeck.de/wir/die-bloggerin/ nachlesen, falls noch nicht geschehen 😉 (Achja, falls kein Link rein darf – einfach löschen!)

    Dann wurde ich schwanger, bis 5 Tage vor der Geburt geackert. Selbst einen Tag danach wurde meine Hilfe verlangt – da habe ich glücklicherweise abgesagt und das Telefon beiseite gelegt. Wenige Wochen später, als ich mich an das Muttersein gewöhnt hatte und bei dem besagten „Freund“ vorbeiging merkte ich schon, dass etwas nicht stimmt. Allerdings war angeblich alles Bestens und ich könnte bald wieder dies und das übernehmen…. Pustekuchen!
    Vier Tage bevor wir unsere große Reise anraten erklärte mir der „Freund“, dass er meine Zusammenarbeit nicht mehr benötige! (Der Oberhammer war, dass ich angeblich auch noch teuer wäre. – Ich glaub mein Stundenlohn war teils nichtmal Mindestlohn… aber: EGAL, es hat ja Spaß gemacht) Das hat mich knallhart getroffen. Ich lächelte es erst einmal weg. Doch tief im Herzen sah es anders aus….

    Anfang des Jahres habe ich das dann erst richtig bemerkt. Wie mich das mitnimmt, wie es mich belastet. Bin in ein ziemliches Loch gefallen. Habe lang gebraucht mich aufzuraffen. Bis mir die Idee mit dem Blog kam. Ganz ohne etwas tun geht einfach nicht bei mir. Ich will aber auch, wie du, Mama sein. Ich will ihn nicht abschieben. Kita kam daher nie für mich in Frage. Jobs habe ich bis jetzt keine gefunden bei denen ich das so machen könnte wie ich will. Daher der Blog. Auch wenn mich einige dafür belächeln und es nicht verstehen wie man es als Arbeit oder Zukunft sehen kann. Das ist mir egal. Ich habe mich bisher aus jeder Sch…. gezogen und es gepackt. Und ich weiß, irgendwann kommt auch wieder alles so wie ich möchte 🙂 Wobei…. eigentlich ist es ja schon fast so – fehlen nur noch die Einnahmen 😉

    Du sieht, du bist nicht allein mit dem Problem :-*

    Ganz liebe Grüße aus dem Süden
    Mel

      

    • gabriela_urban sagt

      Hallo Mel, vielen Dank, dass du mich an deinen Problemen & Sorgen teilhaben lässt. Das zeugt von einem großen Vertrauen. Und irgendwie finde ich es auch wichtig, dass Frau darüber öffentlich spricht. Wie bereits in einem anderen Kommentar geschrieben, habe ich mich damals nach meiner Kündigung geschämt!!!! Kannst du das nachvollziehen? Ist wohl so ein Frauen-Ding, schön immer die Schuld bei sich suchen 😉 Es hat mich damals auch sehr viel Kraft gekostet, mich von diesem schmerzhaften A***tritt zu erholen. Eigentlich hätte ich mich am liebsten verkrochen, mit keinem darüber gesprochen und komplett aufgegeben. Aber klar, das ging nicht. Nicht nur, weil ich eine Verantwortung meinem Sohn gegenüber habe, sondern auch, weil es nicht meiner Persönlichkeit entspricht.

      Wie froh war ich damals, dass ich bereits in der Elternzeit mit meinem Blog begonnen hatte. Denn so hatte ich mein eigenes Ding, welches ich einfach weiter verfolgen konnte. Mir geht es genau so wie dir, die meisten können dieses Blog-Ding so gar nicht nachvollziehen 😉 – und trotzdem mache ich weiter … Liebe Mel, ich wünsche dir auch vom ganzen Herzen GAAAAnz viel Erfolg, dass auch du deinen Weg gehst, der dich zufrieden macht – und auch noch Einnahmen bringt. Da ich deinen Blog Kind im Gepäck großartig finde und selber eine treue Leserin von dir bin – glaube ich fest daran, dass auch bei dir bald die ersten Euros rollen werden 😉 Großer Daumendrücker an uns beide. Ganz liebe Grüße Gabriela

        

  9. hallo! bevor ich meinen heute 21 monate alten sohn bekam, war ich auch marketing managerin. ich leitete das marketing einer sehr erfolgreichen firma und der job war mein leben. es machte mir unheimlich spass und ich arbeitete gerne von 6 uhr früh bis 19 uhr am abend. ich reiste viel und selbst in meiner freizeit konnte ich das arbeiten nicht lassen (networking). ich weiss auch, dass ich wahrscheinlich nie mehr so einen zeitaufwändigen, familienfeindlichen job werde machen können, aber ich habe mich sehr verändert. ich will momentan bei meinem sohn sein und ihm all meine aufmerksamkeit und liebe geben und habe aktuell garnicht vor die nächste zeit wieder arbeiten zu gehen. hätte mir das früher jemand gesagt, hätte ich ihn für verrückt gehalten. dir wünsche ich, dass du einen job findest, der sich mit deiner familie gut vereinbaren lässt. alles liebe, nina

      

    • gabriela_urban sagt

      Hallo Nina, danke für den Einblick in deine persönliche Situation. Ich glaube, dass es das wichtigste ist, selber zufrieden und glücklich zu sein. Mich persönlich macht es leider nicht zu 100% glücklich & zufrieden, nur für meinen Sohn da zu sein. Ich brauche das Arbeiten, denn nur, wenn ich das Gefühl habe, etwas Produktives geleistet zu haben – kann ich nachmittags beglückt meinen Sohn von der Tagesmutter abholen und mich dann komplett auf ihn konzentrieren. Mütter sind halt verschieden. Ich finde es aber sehr schön, dass du deinen Weg gefunden hast – und dass du dich bewusst dafür entscheidest, bei deinem Kind zu bleiben. Das ist eine tolle und auch mutige Entscheidung zugleich. Deswegen wünsche ich dir weiterhin ganz viel Spaß mit deinem Kind. Du weißt ja, sie wachsen so schnell 😉 Ganz liebe Grüße Gabriela

        

  10. Hallo, ich wurde zwar nicht gekündigt, mein Vertrag war sowie befristet, aber alles andere kommt mir extrem bekannt vor. Vor allem extra hart arbeiten während der Schwangerschaft und dieses Gefühl von der Karriere in den Mutterschutz. Ich arbeite mittlerweile auch an Plan A bis…., hab lange gebraucht um das Ende oder zumindest die Stagnation meiner bisherigen Karriere zu akzeptieren. Gespräche mit Leuten, denen es ähnlich geht hat mir dabei enorm geholfen und die Idee diese Situation als Chance für etwas neues was sich mit meiner Kleinen kombinieren lässt zu sehen. Alles Gute Julia von travelingkinder

      

    • gabriela_urban sagt

      Hallo Julia, vielen Dank für deine Worte. Ich habe auch ziemlich lange gebraucht, um meine neue berufliche Situation anzunehmen. Kannst du dir soagar vorstellen, dass ich mich damals geschämt habe, als ich meine Kündigung bekommen habe??? Ich hatte erst mal die Schuld komplett bei mir gesucht, mich immer wieder gefragt, ob ich hätte etwas anders machen können / sollen. Ist wohl so ein Frauending 😉 Mein damaliger Chef hatte auch die Begabung, die ganze Situation so erscheinen zu lassen, als ob alles absolut meine Schuld sei … Wie auch immer, dieser schmerzhafte Prozess hat bei mir gedauert. Und irgendwann war ich aber so weit, ganz öffentlich darüber zu reden. Und plötzlich erzählten mir ganz viele andere Frauen, dass es ihnen genau so ergangen ist – oder dass sie jemanden kennen, die … Sehr erschreckend. Aber dennoch betrachte ich diesen A***tritt als meine persönliche riesige Chance, mich neu zu (er-) finden. Mal schauen, was dabei rauskommt … Und auch dir drücke ich dir GAAAAANZ fest die Daumen, dass du deinen Weg findest, der dich glücklich und zufrieden macht. Berichte mal. … Ganz liebe Grüße Gabriela

        

  11. Ein sehr persönlicher Post, den ich mit viel Freude gelesen habe. Ich bin zwar noch um Einiges jünger und vom Mama-Sein noch ein paar Jährchen entfernt, weiß aber jetzt schon, dass mir Karriere nie wichtig sein wird. Ich möchte einen Job, der mir viel Freude bereitet, mich erfüllt und mit dem ich anderen evtl. helfen kann – das Einkommen ist da nebensächlich, in dieser Hinsicht stecke ich gerne zurück. Natürlich weiß ich, dass nicht jeder so denken kann – wer an der Armutsgrenze lebt, für den fühlt sich Verzicht nicht befreiend an, sondern enttäuschend. Aber ich bin dankbar, dass ich es so handhaben kann, wie es mir Spaß macht und dass ich so tolle Menschen hinter mir habe, die das unterstützen.
    Ich wünsche dir auf jeden Fall viel Erfolg und hoffe, du schaffst es, irgendwann wirklich sagen zu können, dass du alles unter einen Hut bringst!

    Ganz liebe Grüße, Eva
    http://www.thesophisticatedsisters.com

      

    • gabriela_urban sagt

      Hallo Eva, vielen Dank für deinen Kommentar. Auch ich habe meine Einstellung zum Geld geändert. Noch vor meinem Mama-Sein habe ich gedacht, dass ein ordentliches Gehalt auf dem Konto eine Entschädigung für meine Arbeit ist. Stimmt ja auch, denn schließlich ist es ja auch unsere Entlohnung. Aber im Laufe der letzten Monate habe ich gemerkt, dass Geld alleine nicht glücklich macht – und dass man auch mit viel wenigersehr gut klarkommen kann. Wie du sagst, es ist viel wichtiger, mit einem Job Geld zu verdienen, der einem Spaß macht – als sehr viel geld mit einem Job zu verdienen, der an der eigenen Substanz kratzt. Oder in meinem Fall sogar mir das Familienleben wegnimmt. Stell dir vor, mein Sohn fragt mich irgendwann: Mama, wo warst du damals eigentlich? Du warst ja immer weg … Ganz liebe Grüße Gabriela

        

  12. Liebe Gabriela,
    oh, Deine Gedanken kenne ich so gut – und doch habe ich für mich den Weg gefunden, der mich beruflich und als Mutter erfüllt sein lässt: den der Selbstständigkeit in Teilzeit. Klar muss man erstmal schlucken, wenn man weiß, wie schillernd man ohne Familie Karriere hätte machen können. Vielleicht ist diese aber auch nur aufgeschoben und frau fährt erst mal ein paar Jahre auf schmaler Spur, um ihr großes Comeback mit der beruflichen Verschnaufpause der Elternzeit ordentlich vorzubereiten.
    Ist ein schwieriges Thema. Alles geht nicht zu 100 Prozent. Aber Hauptsache, man ist glücklich.
    Liebe Grüße
    Nadine

      

    • gabriela_urban sagt

      Hallo Nadine, vielen Dank für deinen Kommentar. Ja, es stimmt, die Hauptsache ist, dass man irgendwie glücklich wird. Ich merke, dass ich – seitdem ich mir eingestanden habe, nicht unbedingt die große Karriere machen zu müssen – irgendwie zufriedener und auch ruhiger bin. Plötzlich ist meine Angst vorm großen Scheitern viel kleiner – und mir geht´s besser. Ich betrachte diese (schwierige) Zeit als meine Selbstfindungsphase und schaue einfach, was dabei rauskommt … Ganz liebe Grüße Gabriela

        

  13. Hallo Gabriela,
    ich wurde ungeplant mitten im Studium schwanger und erstmal wusste ich nicht, wie es jetzt weitergehen sollte. Ich hatte noch nicht einmal meinen Masterabschluss, von einer beruflichen Perspektive ganz zu schweigen. Aber trotzdem stand für mich ab dem Moment fest, dass mein Baby das höchste Gut ist und wenn es ihr gut geht, dann klappt auch der Rest.
    Meinen Abschluss habe ich trotzdem geschafft und meine Motivation war umso größer, weil ich nicht nur mich, sondern auch meine Tochter versorgen musste. Beim Arbeitsamt wurde mir dann sehr deutlich gesagt, dass es mit Kind schwer werden wird, überhaupt einen Fuß in die Tür zu bekommen (ich wollte auch im Bereich Marketing/Redaktion arbeiten).
    Ich war erst ziemlich entmutigt, aber so schlimm, wie mir geschildert wurde, war es überhaupt nicht. Ich hab 2 Monate nach meinem Studium meinen ersten Job in einer Redaktion gehabt, kein Traumjob, aber es war der erste. Nach einem Jahr wechselte ich eine Agentur und habe viel Freude an meiner Tätigkeit. Aber am wichtigsten ist nach wie vor meine Tochter, deshalb musste es zu keinem Zeitpunkt der absolute Traumjob sein, sondern einer, der uns Miete, Kita, Urlaub ermöglicht und ich zudem genug Zeit für sie habe.
    Ich will damit sagen, dass ich auch Rückschläge hinnehmen musste, in einem Bewerbungsgespräch wurde ich direkt von der Liste gestrichen, als erwähnte, dass ich ein Kind habe, denn diesen wichtigen Punkt habe ich nie verschwiegen. Und ich würde auch nicht in einem Job arbeiten wollen, wo das nicht akzeptiert wird. Inzwischen habe ich die Erfahrung gemacht, dass die Zusammenarbeit mit anderen Eltern sogar viel besser ist. Sie sind organisierter, konzentrierter und krisenfester als so mancher Single, der mit 30 noch nicht begriffen hat, dass er erwachsen ist.
    Es gibt sie also, die Jobs, die Familienleben und Karriere vereinen. Trauere nicht deiner Schreibtischzeit hinterher. Das wird nicht das sein, woran du dich in 30 Jahren erinnerst. Dein Leben ist der kleine Schatz, den du jeden Abend ins Bett bringst und kein nörgelnder Chef.
    Ich bin sicher, dass du etwas findest, was dir sowohl den nötigen Freiraum als auch Erfüllung bieten kann.

      

    • gabriela_urban sagt

      Hallo Janina, vielen Dank, dass du mir von deinen Erfahrungen erzählt hast. Und ja, es macht extrem viel Mut. Und ich finde es wichtig, dass wir auch anderen Müttern Mut machen. Denn wie du bereits geschrieben hast, glaube ich ebenfalls ganz fest daran, dass alles soooo schlimm gar nicht ist. Auch wenn es einem das Arbeitsamt oder andere Leute erzählen. Wichtig ist, dass man einfach nicht aufgibt, weitermacht und sich selber auch treu bleibt. Ich gebe dir zu 100% recht, was soll ich bei einem Chef, dem es ein Dorn im Auge ist, dass ich zu Hause ein Kind habe, welches definitiv irgendwann mal krank ist. Auf der anderen Seite habe ich ebenfalls die Erfahrungen gemacht – auch bei mir selber –, dass Mütter viel organisierte, stressresistenter und oft auch effinzienter sind. Sie müssen halt nur pünktlich los, um das Kind abzuholen, aber ist das für die Firma echt ein Weltuntergang???? … Ich wünsche dir weiterhin ganz viel Erfolg. Ganz liebe Grüße Gabriela

        

  14. Karriere hin, Karriere her….vor meiner Schwangerschaft war ich auch auf Karriere aus und wollte auf der Karriereleiter hoch hinaus.
    Bis der Tag X kam und ich von heute auf morgen von meiner Betriebsärztin ab dem 3.Monat freigestellt wurde. Was sollte ich bloß den ganzen lieben Tag machen, ich entdeckte den kreativen Weg und machte mich ans nähen. Seither knapp 3Jahre später, arbeite ich in meinem alten Beruf wieder, doch die Zeiten wo ich die Karriereleiter von oben sehen wollte sind vorbei. Ich widme mich nun meinen eigenen aufgebauten Labbel und bin so glücklicher den je.

      

    • gabriela_urban sagt

      Hallo Tanja, das hört sich sehr toll an. Und es ist sehr schön zu lesen, dass viele Frauen aus der Not eine Tugend machen – und einen neuen Weg wählen. Einen Weg, der ihnen viel mehr Spaß macht. Ich wünsche dir ganz viel Erfolg mit deinem Label – und dass du dabei nie den Spaß verlieren wirst. Aber ich bin mir ganz sicher, dass das nicht geschehen wird 😉 Ganz liebe Grüße
      Gabriela

        

  15. Liebe Gabriela

    ich habe nie eine herausragende Karriere ins Auge gefasst, wohl aber vor der Frage gestanden „Beruf oder KindER“, denn mein erster Sohn kündigte sein Erscheinen schon kurz nach Ende meiner Ausbildung an.
    Mit einem Kind lässt sich Weiterbildung und eine, wenn auch kleine, Karriere gut gestalten. Meine Pläne beinhalteten damals jedoch mehrere Kinder, drei sind es dann geworden. Ich habe die Entscheidung auf Weiterbildung zu verzichten nie bereut, da sich im Nachhinein heraus gestellt hat, dass ich in dem von mir gewählten Beruf langfristig nicht besonders glücklich geworden bin, er mich lediglich noch ernährt.
    Heute, nachdem entbehrungsreiche aber sehr glückliche Jahre mit den Kindern hinter mir liegen, Enkel in meinem Leben mitmischen und ich endlich zu mir selber und meiner ganz eigenen Lebensvorstellung gefunden habe, bin ich unendlich dankbar, dass ich Familie gewählt habe.
    Ich bin sicher, an irgend einem Punkt in den kommenden Jahren (und das passiert regelmäßig immer wieder) wirst Du zurück blicken und wissen wieso genau das alles geschehen ist. Es wird immer wieder scheinbare Barrieren geben, die unsere Wege umleiten und uns ein erhöhtes Maß an Abwechslung und Inspiration geben.

    DAS ist aus meiner Sicht Leben
    Viel Glück und Gelassenheit wünsche ich Dir
    Elke

      

    • gabriela_urban sagt

      Hallo Elke, vielen Dank, dass du deine Gedanken zu diesem Thema mit mir teilst. Das schätze ich wirklich sehr. Obwohl ich noch nicht lange Mutter bin, geschieht es dennoch, dass ich ab und zu zurückblicke und mir immer wieder vor Augen halte, dass ich keine Miliisekunde bereue, dass ich Mutter geworden bin (puh, war das jetzt ein langer Satz 😉 ). Dementsprechend ist es perfekt so, wie es gerade ist. Ich glaube auch daran, dass Umleitungen im Leben ihren Sinn verfolgen und dich einfach an ein anderes Ziel bringen. Und ja, diese Umleitungen, Herausforderungen oder auch Steine auf unserem Weg machen das Leben auch irgendwie spannender. Manchmal ist alles nur eine Frage der Perspektive … Ganz liebe Grüße auch an deine Familie, Gabriela

        

  16. Blogger Mami sagt

    Hmm ich wurde am Ende der Berufsausbildung schwanger, nachdem Abschluss absolvierte ich eine weitere Maturitätsschule, dauerte 9 Monate und nur 2,5 Tage Präsenz. Danach arbeitete ich Teilzeit in einer Anwaltskanzlei als Sekretariatsleiterin. Das Beste was mir passieren konnte, denn da wusste ich, Rechtswissenschaften sollen es sein. Nun 5 Jahre später ist Mini Me in der 1. Klasse. Ich schliesse bald ab und ich hatte als Studentin mehr Zeit als jede andere Mama. Welche Mamma hat schon 3 Monate Sommerferien? Und ja mini me hat ebenfalls alles was sie braucht und will. Mein persönliches Erfolgsgeheimnis ist immer den eigenen Ideen folgen. Meine Entscheidungen kommen immer plötzlich und unverhofft. Bis jetzt bereue ich keine davon. Auch nicht, dass ich vor über einem Jahr zu bloggen angefangen habe. Ich liebe es und bin auch erfolgreich damit, dass hätte ich nie erwartet. Mir ist es wichtig möglichst in ein neues Projekt einzutauchen, ohne grosse Planungsphase etc. learning by doing. Ich bin keine typische Mamma und werde nie eine werden, so bin ich nicht. Babys sind zwar süss aber ich vermittle viel lieber Wissen an Mini Me und nutze gemeinsame Zeit gut, daher trifft man uns auch nue im Kaffee in der Shoppingarkade. Du wirst deinen Weg finden, wenn du aufhörst ihn aktiv zu suchen. Liebe Grüsse

      

    • gabriela_urban sagt

      Hallo Blogger Mami, vielen Dank, dass du mir von deinem Weg erzählst. Ich finde es gerade extrem inspirierend von anderen Müttern zu hören, wie es ihnen ergangen ist. Und dein Weg hört sich sehr mutig aber auch schlüssig an. Ich bin auch ein Mensch von Bauchentscheidungen. jedoch muss ich zugeben, dass ich die letzten Jahre vor meiner Schwangerschaft nur selten auf meinen bauch gehört habe. Wenn mich mein Ex-Chef nicht gekündigt hätte, dann hätte ich mich nie für einen neuen Weg entschieden. Und obwohl ich jetzt immer noch etwas verzweifelt bin – da ich nicht weiß, was kommt oder nicht kommt – merke ich gerade, dass mir die ganze Welt wieder offen steht. Und dieses Gefühl ist irgendwie auch extrem inspirierend … Ganz liebe Grüße Gabriela

        

      • Blogger Mami sagt

        Stimmt, das fehlt mir momentan, da ich bis ca 2019 verplant bin. Ziemlich doof da der Blog besser läuft als ich es mir erträumt hätte. Aber für Praktika usw. Bin ich schon mal bis Ende 2018 verplant. Ich werde dann halt alles gleichzeitig machen 🙂 Herausforderungen stacheln mich nur noch mehr an, auch wenn man sich gerade zB unter Bloggern schnell mal unbeliebt machen kann, wenn man zuviel Erfolg hat. Aber ja ich schreibe in erster Linie aus Spass und Leidenschaft und nicht um auf andere neidisch zu sein, das sehen viele wohl anders, daher bleib ich zurückhaltend bei „Bloggerfreunden“. Off topic 😅 Ich wünsche dir auf jeden Fall viel Glück, das Richtige wird sich ergeben, bestimmt.

          

        • gabriela_urban sagt

          Ich freue mich, dass dein Blog besser läuft, als vorher erträumt. Dementsprechend hast du sehr viel richtig gemacht 😉 Und Neider gibt es in der online Welt genau so viele wie in der offline Welt. Die wären einfach auch gerne so erfolgreich, schaffen es aber irgendwie nicht … Also einfach weitermachen. Ich wünsche dir ganz viel Erfolg bei der Umsetzung deiner Pläne. Liebe Grüße Gabriela

            

  17. Hallo, ich habe mich definitiv in deinem Text wiedergefunden, obwohl ich noch keine Vollzeit-stelle hatte. Meinen Sohn hatte ich noch im Studium bekommen, wusste aber bereits am Tag seiner Geburt, dass ich meinen Berufswunsch (als Wirtschaftsingenieur international tätig zu sein) begraben kann. Ich hatte sogar ein Jobangebot einer internationalen Firma für Fördertechnik bekommen. Nach dem Studium kam dann aber gleich meine Tochter (bin noch während der Bachelorarbeit schwanger geworden). Ich habe zig Bewerbungen abgeschickt. Ich habe einen guten Bachelor und unzählige Jahre Arbeitserfahrung im Ingenieurbüro (Nebenjob seit der Schule), aber meistens bekomme ich nicht mal ein Vorstellungsgespräch. Ich habe mich nun auch Selbstständig gemacht. Das hat definitiv den Vorteil, wenn die Kinder krank sind.
    Es baut einen ein klein wenig auf, zu wissen, dass es Anderen auch so geht.
    Grüße aus Dessau

      

    • gabriela_urban sagt

      Hallo, du hast absolut recht – es baut frau extrem auf, davon zu hören, dass es auch anderen so ergeht. Auch wenn es natürlich nicht schön ist, sich darüber zu freuen, dass es auch anderen Menschen schlecht geht. Und dennoch ist es sehr inspirierend. Und manchmal braucht frau vielleicht einen schmerzhaften A***tritt, um Welten zu bewegen. Die Not macht halt erfinderisch 😉 Ich freue mich sehr für dich, dass es mit der Selbstständigkeit geklappt hat und drücke dir da ganz fest die Daumen, dass dieser Weg für dich weiterhin der richtige ist … Herzliche Grüße Gabriela

        

  18. Liebe Gabriela,
    gerade habe ich deinen Bericht gelesen, nachdem ich meinen eigenen Bericht zum Ergo BlogAward eingereicht habe.
    Ähnliche Gefühle beschreibe ich auch und kann sie dir wunderbar nachvollziehen. Um mich vollständig zu fühlen, gehört beruflicher „Erfolg“ dazu. Dann bin ich auch ausgeglichener und entspannter für meine Familie da.
    Wie du allerdings deinen persönlichen Erfolg definierst, solltest du ganz allein für dich entscheiden. Lass dich nicht an anderen messen, die 60 und mehr Stunden die Woche arbeiten. Das ist sicherlich mal eine schöne Zeit im Leben, wenn man sieht, wie viel man erreichen kann. Aber jetzt nachträglich gesehen, hat es doch auch eine gewisse Leere.
    Das Lachen deiner Kinder, Umarmungen und einfach gemeinsame Zeit, lassen sich nicht in viel Geld aufwiegen.
    Ich drück dir die Daumen, dass du deinen Weg findest. Lass dir Zeit, überstürze es nicht. Es muss sich für dich richtig anfühlen.
    Und natürlich wünsche ich Dir viel Glück für den BlogAward. Hoffen wir, dass wir uns in der Endrunde „treffen“.
    LG Regina

      

    • gabriela_urban sagt

      Hallo Regina, was für ein Zufall, dass wir uns jetzt hier treffen – weil wir beide am Award teilnehmen und zudem ähnliche Erfahrungen gemacht haben. Schön, dass du meine Situation nachempfinden kannst. Auch wenn das vielleicht komisch klingen mag, tut es irgendwie auch gut und schenkt ganz viel Mut. Und ja, du hast recht. Mein größtes Glück ist es gerade, wenn mein Sohn mit ganz weiten Armen auf mich zugerannt kommt und mich ganz fest umarmt. In diesen Momenten steht die Welt für mich still und ich könnte platzen vor Glück … Übrigens, deine Seite Dastoa beobachte ich auch schon etwas länger. Drücke dir die Daumen, dass du damit erfolgreich wirst 😉 … Achja, und für den Award drücke ich dir natürlich auch ganz fest die Daumen. Hoffentlich sehen wir uns beide in der Endrunde 😉 Herzliche Grüße Gabriela

        

    • gabriela_urban sagt

      P.S. Magst du mal den Link zu deinem Artikel für den Award hier posten? Finde ihn nicht und bin doch sehr neugierig 😉

        

  19. Jessica sagt

    Liebe Gabriela,
    Wir leben zwar im 21. Jahrhundert, aber die Vereinbarkeit von Beruf und Familie gibt es für viele Arbeitgeber noch nicht. Familie oder Job. Schwarz oder Weiß. Ich habe fast die gleiche Historie. Habe immer viel gearbeitet und dachte als engagierte Akademikerin, die auch in der Schwangerschaft viel arbeitet, die Elternzeit und den Wiedereinstieg top plant, kann nichts schief gehen. In meiner Schwangerschaft habe ich gesehen wie 2 Kolleginnen in Führungspositionen, nach dem Wiedereinstieg (zum Teil nach nur 3 Monaten) systematisch jegliche Kompetenz abgesprochen wurde bis schließlich die Kündigung kam. Das Problem ist hierzulande die Präsenzkultur und zu viele Führungskräfte, die in traditionellen Rollenmodellen groß geworden sind. Schwarz oder weiß. Arbeitnehmer oder Mutter – beides funktioniert in den Köpfen vieler nicht. In Frankreich ist das bspw. kein Thema. Ich habe noch meinen Job, da ich Teilzeit „in Elternzeit“ arbeite und damit 3 Jahre unkündbar bin. Aber es hat sich alles geändert: kein Team mehr, kein Budget, keine Verantwortung. Okay Plan B. Dann suche ich mir was Neues, dachte ich. Wäre ja gelacht mit guter Ausbildung und Berufserfahrung. Aber in Teilzeit (ich möchte aktuell max. 80 Prozent arbeiten) einen neuen qualifizierten Job zu finden ist fast unmöglich. Es sind alles unterbezahlte auf 1 Jahr befristete Aushilfsjobs. Okay dann an Plan C und D arbeiten.
    Gerade beim Schreiben dieser Zeilen packt mich wieder die Wut. Wie kann es sein, dass gut ausgebildete und engagierte Frauen, die arbeiten möchten so behandelt werden? Und noch schlimmer – ohne jegliche Konsequenz.

    Ich wünsche dir alles Gute für deine berufliche Zukunft!

      

    • gabriela_urban sagt

      Hallo, du sprichst echt ein ganz gravierendes Problem an, was einfach unfassbar ist. Vor meiner Schwangerschaft hätte ich nie gedacht, dass es soweit kommen könnte. Ich habe auch immer fest daran geglaubt, dass mein Chef genau weiß, was er an mir hat. Schließlich hatte ich mir zuvor jahrelang den A*** aufgerissen … Aber na ja, es sollte halt nicht so sein. Ich hoffe wirklich, für alle Mütter da draußen, den ähnliches passiert ist, dass sie sich nicht aufgeben – und das sie es als große Chance ansehen, sich neu zu (er-) finden. Schlißelich kann Plan B, C oder vielleicht auch D auch ein genialer sein … Wir werden es sehen. Herzliche Grüße Gabriela

        

  20. Julia sagt

    Hallo Gabriela, din Thematik, die du schilderst ist momentan brandaktuell, viele Kolleginnen von mir sind schon 30 und älter, wünschen sich Kinder, haben aber Angst dadurch ihren Job bzw. ihre Aufgaben zu verlieren. Ich erzähle mal von mir: Ich empfinde und empfand es genauso wie du : Ich wollte, seit ich denken kann , die große Karriere machen! DARAN hat sich seitdem ich Mama bin nichts geändert. Ich bin ungeplant mitten im Studium schwanger geworden und habe hin und her überlegt! Komolitoninnen, die schon Kind/er hatten , haben mir versichert, dass ich keinen besseren Zeitpunkt als im Studium hätte , um in Elternzeit gehen zu können. Langjähriger Freund (kindspapa) hat sich Mega gefreut und meine Eltern auch So habe ich die Maus behalten. DAS War auch die beste Entscheidung meines Lebens, auch wenn es schwer war. Sie ist jetzt zwei. ich habe ein Semester Pause genommen. Wir wurden auf die Intensiv-Station verlegt für 2-3 Monate, denn die Maus wurde operiert. Ich habe sie mit 7 Monaten abgestillt und schweren Herzens in die Krippe abgegeben, da der papa auch Vollzeit als Ernährer arbeiten musste. ich ging 8std zur Hochschule und absolviere zurzeit meinen Bachelor bei einem Unternehmen. Ende Januar bin ich fertig. Genauso wie dir, füllt es mich auch nicht aus , nur Mama zu sein. Wobei nur Mama-sein falsch formuliert ist , denn ich finde es wunderbar, wenn Mütter sich 24 std. mit Kindern beschäftigen können. Mir fehlt da leider die Geduld. Es kommt auf das Kind an und natürlich die fremde Bezugsperson, ob es passt , das Kind/Baby so früh abzugeben. Es gibt eher zurückhaltende und ängstliche Babys und es gibt offene und robuste Babys. Meine gehörte zum Glück zum zweiten Fall. Jede Entscheidung soll die Mama bzw. Eltern selbst treffen ohne verurteilt zu werden , denn sie kennen ihr Kind am besten. Mein Plan für die Zukunft ist folgender: Ich mache nächstes Jahr den Master , dann gehe ich arbeiten und bezahle alle studien-Kredite ab . Reise zweimal im Jahr mit meiner Familie um die Welt. Nach ein paar Jahren Berufserfahrung promoviere ich jnd mache meinen Doktor. Kinder bekomme ich keine mehr , ich lasse mich sterilisieren. Vielleicht adoptiere ich welche , wenn sich mein Wunsch ändert. Dann lehre ich an einer Universität oder gründe meine eigene GmbH. Ich bin jetzt übrigens 30. Warum bist du so spät schwanger geworden? Mit spät meine ich: ab 35 zählt man ja zu den Risiko -Schwangeren. Möchtest du noch mehr Kinder? Lg Julia

      

    • gabriela_urban sagt

      Hallo Julia, danke für deinen ausführlichen Kommentar – und dass du mir von deinem Weg erzählst. Für dich ist es sicherlich nicht immer einfach gewesen, aber deine Vorstellungen hören sich für mich sehr schlüssig an. Dafür drücke ich dir ganz fest die Daumen, dass deine Pläne aufgehen und du mit deinem Weg mehr als zufrieden wirst … Warum ich so spät Mama geworden bin? Sehr gute Frage! Ich habe es ganz einfach immer wieder um ein Jahr verschoben. Meine Beruf spielte dabei sicherlich eine ganz große Rolle, denn ich wollte noch mehr und noch mehr … Auf die Frage, ob ich noch mehr Kinder haben möchte, kann ich dir keine Antwort geben. Höchstwahrscheinlich wird die tickende Uhr dieses Thema für mich entscheiden … Aber auch mit einem Kind kann frau sehr glücklich sein … Herzliche Grüße Gabriela

        

  21. Oh, ich verstehe dich so gut! Für mich war das Thema Karriere früher auch wahnsinnig wichtig. Heute – mit zwei Kindern – mache ich meinen Job zwar auch total gerne, aber die weitere Karriereplanung ist weit in die Zukunft verschoben. Ich glaube oder befürchte, dass es tatsächliche Vereinbarkeit einfach nicht gibt. Job und Familie kannst du vereinbaren, Job und Karriere eher nicht.

    LG, Regine

      

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  26. Tennie Englert sagt

    Ihre Gedanken in „Der Tag, an dem ich merkte, dass mein große Karriere vorbei ist“ zu teilen ist einfach tolle Inspiration, nicht nur für Müttern aber für alle. Pläne zu machen um unsere Träume umzusetzen und damit der richtige Tagesagenda zu setzen. Danke für der Reimender.

      

  27. Katrin sagt

    Oh Mann… ich habe gerade erst Deinen Artikel bei XING gelesen, mich hierher geklickt und auch ein bisschen durch die Kommentare gestöbert.
    Mir ging es leider genauso: Super-Job, gute Bezahlung, dann schwanger und der Chef sagt: „Na, das ist jetzt aber unglücklich gelaufen.“ Mehr muss ich dazu glaube ich nicht sagen. Außer vielleicht noch, dass ich jetzt einen absolut unterbezahlten Teilzeit-Job mache, für den ich ganz sicher nicht hätte studieren müssen. Tja. Ich kann nur wiederholen, was schon so viele vor mir gesagt haben. Und ich bin sooo wütend.

      

  28. Mario sagt

    Mein Lebensgefährte und ich haben vor ein paar Monaten erst festgestellt, dass wir doch ein Kind wollen. Die letzten 10 Jahre war das immer ein abwegiger Gedanke für mich, ich wollte keine Kinder, war mir so sicher, dass mein Job mein Kind ist. Nun sieht alles anders aus irgendwie. Mir selbst einzugestehen, dass ich doch einen anderen Weg gehen will, fiel mir sehr schwer.
    Es ist dumm, aber ich habe das Gefühl, man wird abgeschrieben von den Firmen, man ist dann nur noch Mutter und dann kommt man eh nur noch für Aufgaben mit wenig Verantwortung in Frage.
    Klar, sind die 16-Stunden-Tage dann vorbei, aber deswegen den Mitarbeiter abschreiben?
    Das macht mir Angst, denn ich will nach einem Jahr wieder arbeiten und ich will nicht nur den ganzen Tag Ablage machen. Ich möchte keine Vollzeit-Mutter werden (wobei ich das absolut nicht abfällig meine oder verurteile, es ist nur nicht mein Weg).
    Mein erstes Hoch über den Kinderwunsch ist schon lange weg und das finde ich schlimm, wir leben in einer Gesellschaft, wo Mutter sein noch immer einen geringeren Stellenwert hat und man doch einfach nicht beides haben kann.
    Jetzt überwiegen die Sorgen, der Gedanke zu meinem Chef zu gehen und zu sagen „ich bin schwanger“ ist mir unangenehm.
    Und was wird danach? Wenn ich wieder einsteigen will?
    Natürlich hat einen Kind einen höheren Stellenwert als ein Job, aber man denkt drüber nach, will ich das wirklich? Kann ich verzichten, werde ich den Schritt bereuen, zumindest beruflich?

      

  29. Martina sagt

    In deinem Blog wird sovieles als selbstverständlich hingenommen und gar nicht in Frage gestellt, zum Beispiel:
    Wo ist eigentlich der Vater des Kindes?
    Warum ist es selbstverständlich, dass „Mami“ (immer) den Sohn ins Bett bringt?
    Warum müssen Frauen auf die „große Karriere“ verzichten und sich um Plan A-D kümmern?
    Warum muss überhaupt einer der Partner auf etwas verzichten, damit der andere sein gesamtes Leben dem Job widmen kann?
    Die gleichen Gedanken müssten sich doch eigentlich auch Männer/Väter machen?

    DA LÄUFT DOCH ETWAS GRUNDLEGEND FALSCH!

      

  30. Robert sagt

    Hi Gabriela,

    ich finde es traurig, dass so viele Muttern die gleiche Geschichte erzählen. Meine Frau hat gesagt, dass sie nicht nur Mutter sein möchtet, und ich nicht nur Vater. So war es notwendig das Thema gemeinsam anzugehen, wenn das erst Kind unterwegs war. So viele erzählen von deren Geschichte, aber es ist eine Familien-Geschichte und darf nicht nur von eine Person getragen.

    Es ist auch eine gestörte Einstellung von viele Chefs. Meine Frau und ich arbeitet in 2002 für die gleiche Firma. Wenn sie berichtet, dass sie schwanger war, war ich die nächste Tag entlassen (per Einschreiben). Dann fangt die mobbing Aktion bei meine Frau an. Bei solche Leute möchtet wir sowieso nicht arbeiten, aber möchtet das eine Projekt wie mit der Auftraggeber besprochen abschliessen. Danach war die Selbstständigkeit sowieso geplant und müsste nur ein bisschen früher angefangen.

    Jetzt sind wir immer noch selbstständig und stolz auf zwei Kinder. Vieles passiert und kann gemeinsam gelöst werden. Ich habe unser sechs Monate alte Sohn versorgt, während meine Frau ein Auslandsreise nach Australia antritt. Viele trauen ihr Mann das nicht zu, aber nur so kann beiden eine gewissen Entfaltungsraum bekommen.

    Wir haben auch eigene Mitarbeiter/innen und für die hälfte sind Kinder ein Thema. Es ist nicht immer „angenehm“, aber leben wir für das Arbeit oder arbeiten wir für das Leben? Die Kinder müssen auch mal mitfahren und sich „langweilen“, aber so lernen sie auch etwas von der Welt. Und wir hören immer wieder, dass viele Chefs keinen Weg sehen, Familien und Beruf in Einklang zu bringen. Schade.

    Ich wünsche Dir viele Erfolg bei Deine Selbständigkeit und Familienleben.

    -Robert.

      

  31. Ich kann so vieles in Deinem Bericht so gut nachvollziehen, auch wenn es bei mir damals nicht so krass lief wie bei Dir. Ich habe erst nach der Geburt des 3. Kindes wirklich begriffen, wie wichtig mein Beruf für mich ist und dass ich nicht auf Dauer vom Gehalt und der Karriere meines Mannes abhängen möchte. Als mein jetzt Mittlerer zwei Jahre alt war, bin ich voll durchgestartet, habe mich nach einem halben Jahr Vorbereitung als freie Journalistin selbstständig gemacht. Den Traum hatte ich schon nach dem Abitur – damals hatte ich mich nicht getraut. Jetzt machte ich es einfach. Im vergangenen Jahr habe ich mein 10-Jähriges gefeiert, voller Demut und Stolz. Denn während meiner Selbstständigkeit habe ich im Februar 2015 unseren Kleinsten zur Welt gebracht. Mein Job hat nur wenig darunter gelitten und ich glaube, unser Kleinster leidet auch in keiner Weise. Er liebt seine Tagesmutter und seine Kumpels, die er dort täglich trifft und ich liebe die Zeit, die ich in meinem Büro verbringen kann. Danach freue ich mich kaputt, wenn ich ihn um 15 Uhr dort abhole. Ich kann Dir also nur Mut machen: Pfeif auf all die familienfeindlichen Arbeitgeber und mach mit Herzblut Dein eigenes Ding. Du wirst sehen: es funktioniert!

      

  32. Valerian sagt

    Man sollte eines immer bedenken: Kindern ist es egal, ob es mit dem BMW oder dem Opel gefahren wird, ob es zum Urlaub nach Tirol oder auf die Malediven geht.
    Kindern ist es am wichtigsten, wenn man Zeit für sie hat.
    Darum sollten diese menschenfeindlichen Arbeitgeber soweit es geht vermieden werden, um dadurch wenigstens etwas Richtung Wandel zu bewegen.

    Wir sollten uns gesamtwirtschaftlich gesehen wieder Richtung 35 Stunden Woche bewegen, damit eben auch den Vätern Zeit für ihre Kinder bleibt. Durch die vermehrte Zurückdrängung der Tarifzugehörigkeit etc. hat sich die reale Arbeitszeit für viele immer weiter erhöht. Das sollten wir nicht akzeptieren, denn die Gewinne stecken sich die UN ein! Vom Unternehmen kriegen sie NICHTS gedankt, erwarten sie also grundsätzlich NICHTS.
    Ich kenne zuhauf Damen die sich krank ins Büro schleppen und eine Art Tapferkeitsmedaille erwarten und später bitter enttäuscht werden vom Arbeitsnehmer. Flexibilität des AN wird erwartet, Flexibilität des AG ist nicht vorhanden. Das stimmt natürlich nicht für alle UN, aber doch für zu viele!

    Für mich als Kind war es das Schönste als mein Vater (35h Woche) um halb 4 nachmittags zu mir in den Park kam um mit mir Fussball zu spielen. Wir haben bei schönem Wetter immer gespielt, diese Zeit kann kein Geld der Welt wettmachen. Wenn die finanziellen Bedürfnisse befriedigt sind, muss man sich fragen ob man sich ein größeres Hamsterrad anschaffen will? Geld hat in der Ökonomie einen abnehmenden Grenznutzen, je mehr wir haben desto weniger wird uns 1€ zusätzlich bringen.

    Wenn ich mich manchmal so umsehe dann sind die Frauen von heute auch die perfekten Arbeitnehmer. Sie sind immer so pflichtbewusst, ja teilweise unterwürfig, sagen zu allem JA und AMEN, mucken einfach nicht so auf. Was will ein UN mehr? Wenn das die Emanzipation wahr, dann ist da irgendwas schiefgelaufen.
    Die nächste Revolution sollte eine Familienrevolution sein, denn die Familie ist immernoch die Keimzelle der Gesellschaft und des Staates. Deshalb befürworte ich auch eine 30h Woche, die Menschen müssen am Produktivitätswachstum beteiligt werden. Dann muss man eben mehr Leute einstellen wenn jeder etwas weniger arbeitet, who cares?

      

  33. Claudia sagt

    Hallo Gabriela,

    Auch ich bin letztes Jahr in einer ähnlichen Situation gewesen – nur hatte ich das „Glück“ während eines befristeten Arbeitsverhältnisses schwanger zu werden (ich muss nicht erwähnen, dass es befristet blieb). So hatte ich aber lange Zeit, mich an den Gedanken zu gewöhnen, dass meine Karriere zukünftig anders aussehen würde und habe beschlossen, meinem Kind 12 Monate meine volle Aufmerksamkeit zu schenken, und mich dann um einen neuen Job zu kümmern.

    Was soll ich sagen? Kaum war das Kind 1 und das Xing Profil angepasst, wurden mir Traumjobs am laufenden Band angeboten, alle hatten den selben, familienfeindlichen Haken.

    Die Suche nach einem Teilzeitjob gestaltete sich schwieriger als gedacht, Plan „dann mach ich halt irgendwas“ war auch bald begraben, man glaubt es kaum, ich war überqualifiziert.

    Dann kam ein wenig Zufall und ganz viel Glück um die Ecke und ich habe seit Januar meinen absoluten Traumjob, bei einem Startup, die sich die Vereinbarkeit von Beruf und Familie als Aufgabe gemacht haben.

    Ich mag Gehalt eingetauscht haben – aber dies in Dinge, die für mich wesentlich mehr Wert sind als der monatliche Gehaltsscheck.

    Wie ist es dir denn seit November ergangen?

    Ich wünsche dir weiterhin viel Glück!

    Claudia

      

  34. Sabine sagt

    Ein ganz toller, berührender und für mich sehr nachvollziehbarer Text. Was ich vermisst habe, ist eine Info zu Vater/Ehemann und dazu, wie nötig es für Dich ist, finanziell sofort etwas beizutragen. Weil, wenn das nicht unbedingt notwendig ist, kann ich Dir absolut zur Selbständigkeit raten. Frauen mit Kind, die erfolgsorientiert, organisiert und helle sind (so wirkst Du auf mich), können sich in der Selbständigkeit am besten verwirklichen. Ich habe von Anfang an (nach der Geburt unserer Tochter) weiter gearbeitet, soweit möglich…wenn sie schlief…und kann heute, wenn sie (2) in der Kita ist, von 8-14 Uhr arbeiten und habe oft das Gefühl. in den 6 Stunden so viel zu schaffen, wie früher in mehr als 8 Stunden. Ich drück Dir die Daumen!

      

  35. Hi Gabriele,

    hey ich kann dich verstehen! Als ich mit 35 Jahren erfahren habe, dass ich schwanger bin, hab ich gerade für ein Tauchsportmagazin gearbeitet (Printmagazin) und war ständig in der Welt unterwegs. Ein toller Job ist mir ebenfalls wichtig. Obwohl ich meine Kinder über alles liebe.

    Ich habe jetzt durchs Bloggen einen tollen Weg gefunden, Family und Job zu vereinen. Meine Kids kommen häufig mit auf Pressereisen. Das wird natürlich schwieriger, wenn der Mini Chef nächstes Jahr in die Schule kommt und wir auf die Schulferien angewiesen sind. Momentan werde ich nämlich außerhalb der Saison eingeladen. Kennst du sicher 😉

    Du schreibst sehr authentisch und ehrlich – find ich gut!

    Lieben Gruß. 🙂

      

    • Gabriela Urban sagt

      Hallöchen Kollegin, Danke für die lieben Worte. Du hast absolut recht, als Mutter habe ich gelernt, flexibler zu sein – auch auf meinem beruflichen Weg. Und ich glaube sehr daran, dass wenn eine Tür zugeht, irgendwo an einer anderen Stelle eine neue Tür auf geht … Liebe Grüße Gabriela

        

  36. Pingback: Liebe Mütter, nutzt die Elternzeit AUCH für euch! - Mami bloggt

  37. Pingback: Im Leben einer Mama geht es immer weiter - Mami bloggt

  38. Julia sagt

    Hallo,
    Ein Artikel, der mir sehr nahe gegangen ist.
    Ich lese hier unglaublich viele Kommentare in denen es sich Mütter scheinbar leisten können auf ein Einkommen zu verzichten. Das überrascht mich sehr! Viele schauen mal was sich für eine Chance ergibt oder setzen auf Selbstständigkeit.
    Ich bin entgegen dem aktuellen Trend mit 24 Jahren gewollt Mama geworden. Unser Sohn war geplant und erhofft.
    Vielleicht schlagen jetzt einige Leser/innen die Hände über dem Kopf zusammen, aber was soll ich sagen? Mein Lebensgefährte und ich hatten zu diesem Zeitpunkt schon beide einen unbefristeten Arbeitsvertrag bei einem großen Konzern in der Tasche, wir verdienen nicht schlecht, aber es ist auch nicht so, dass wir übermäßig große Sprünge machen können. Es reicht um einmal im Jahr für ein bis zwei Wochen in den Urlaub zu fahren und unserem Sohn fehlt es an nichts.
    Trotzdem war ich gezwungen nach einem Jahr Elternzeit wieder arbeiten zu gehen. Da wir in einem 1000 Seelen Dorf leben und wir beide im unregelmäßigen Wechseldienst tätig sind, sind zwei Autos für uns ein muss. Durch Absprache ist es möglich, dass mein Partner 100% und ich 50% arbeiten gehen kann ohne, dass wir unseren Sohn (06/2015) in den Kindergarten schicken müssen. Es ist immer jemand zuhause, auch wenn es bei uns die Regel ist, dass nur Mama ODER Papa morgens mit dem Sonnenschein aufstehen oder ihn ins Bett bringen. Wenn wir beide einen ganzen Tag zuhause sind, ist das ein Bonus, aber es klappt ganz gut.
    Warum ich diesen Beitrag kommentiere, wo doch alles ganz gut klingt? Tja, das Thema ist „Karriere“ und auch wenn ich mit 26 noch recht jung bin, bin ich durch die Geburt in eine Sackgasse geraten. Bitte versteht mich nicht falsch, ich möchte unseren Sonnenschein nie wieder missen, aber als ich mich vor einigen Wochen über Weiterbildungen erkundigt habe, wurde mir klar, dass das mit einem Kind nicht zu bewerkstelligen ist. Zumindest nicht, wenn beide Elternteile einen Beruf haben, in denen es weder Sonn- noch Feiertage gibt, und bei 100% Beschäftigung bloß ein freies Wochenende im Monat. Tja, die Weiterbildung, die ich hätte machen können, sieht vor, drei Monate lang jedes Wochenende in ein anderes Bundesland zu fahren wo der Unterricht abgehalten wird. Abitur nachholen ist leider auch keine Option. Dafür fehlt das Geld und Abendschule ist auf Grund unserer Arbeitszeiten nicht drin…
    Im Moment fühle ich mich in der Situation gefangen.
    Ich muss nicht zwingend „Karriere“ machen, darauf war ich nie aus, aber ich hätte gerne noch ein Ass im Ärmel gehabt. Ich liebe meinen Sohn über alles, aber trotzdem bin ich zu egoistisch um zu sagen „ich hänge alles an den Haken“ . Für mich ist mein Job Ausgleich zum Alltag. Die Möglichkeit in Ruhe einen Kaffee zu trinken oder mal alleine auf die Toilette zu gehen. Ich brauche das einfach als „Zeit für mich“, denn wenn mein Partner und ich mal parallel Zuhause sind, nutzen wir die Zeit als Familie und nicht für „Alleingänge“.

    Mal schauen was die Zukunft bringen mag; ich für meinen Teil werde meine Arbeit nicht nur als „Arbeit“ sehen, sondern wie gesagt als Zeit für mich, deshalb weiß ich noch nicht ob wir ein zweites Kind bekommen werden. Das würde mich wieder so einschränken. Ich bin einfach nicht der Typ um jahrelang zuhause zu bleiben. Ich bewundere die Frauen/ Männer, die derart in ihrer Rolle aufgehen.

    Trotz der vielen scheinbar verzweifelten Kommentare hier, wünsche ich allen, dass sie den für sich passenden Weg finden und entschuldige mich für diesen ewig langen Text. Aber da in meinem Bekanntenkreis alle so sehr in ihrer Mutterrolle aufgehen, ist es wirklich erfrischend, dass man hier auch mal was anderes liest.

    Ich wünsche euch alles Gute

    Julia

      

    • Gabriela Urban sagt

      Hallo Julia, vielen lieben Dank für deinen ausführlichen Kommentar – und dass du so ehrlich aus deinem Leben berichtest. So eine Ehrlichkeit schätze ich sehr. Denn nicht alle Mütter sprechen ehrlich über ihre Gedanken, Gefühle, was sie belastet & Co. Und doch finde ich es so wichtig, offen darüber sprechen zu können. Denn wir Mütter sind keine Maschinen, die nur zu funktionieren haben. Ich habe mich selber anfänglich sehr schwer getan, so offen zu schreiben, denn schließlich lasse ich oft sehr tief in mein Seelenleben blicken. Dennoch ist da mein journalistischer Drang einfach zu groß. Manche Themen muss ich mir von der Seele schreiben. Und umso mehr freut es mich dann, wenn ich so eine gewaltige Reaktion auf meine Artikel bekomme. Das zeigt mir, dass auch andere ähnliche Gedanken haben …

      Leider kann ich dir zu deiner beruflichen Situation keine konkreten Tipps geben. Ich kann aber sehr gut nachvollziehen, wie du dich fühlst, was du dir wünscht und mit welchen Bedenken du zu kämpfen hast. Vielleicht tut es dir gut, dich mal mit anderen Müttern auszutauschen. ich kann dir da sehr eine Facebook-Gruppe empfehlen „Mamihelden – die Community“ https://www.facebook.com/groups/162403730893642/

      Ich drücke dir ganz fest die Daumen, dass deinen Weg finden wirst, der dich erfüllt und glücklich macht!!! Herzliche Grüße Gabriela

        

  39. Mara sagt

    Der Artikel, die Kommentare… Wow. Ich habe alles am Stück durchgelesen, die eine Hand im Stubenwagen meines Babys, das bei Bauchweh ein wenig gerüttelt werden muss. Und ich habe richtig Herzklopfen bekommen. Vor Wut und mit einem Gefühl der Rebellion – so viele Frauen, die in der Marketingbranche erfolgreich waren und dann fallen gelassen wurden, da muss sich doch etwas draus machen lassen! Es werden eben nicht nur Frauen Mütter, für die der Job nur Zeitvertreib oder Mittel zum Zweck des Geldverdienens ist. Auch Frauen, die ihren Job lieben und die erfolgreich sind, möchten oft diese wichtige Rolle erfüllen und gerade wenn bisher alles gut lief, stellt man es sich doch auch als gut machbar vor. Ich musste in meinem, zugegeben recht kurzen, Berufsleben nie mehr als eine Bewerbung auf einmal schreiben und konnte in meinem letzten (bzw. eigentlich aktuellen) Job viele tolle Erfahrungen und Referenzen sammeln. Jetzt lese ich was ihr alle hier schreibt und frage mich, was die nächsten Jahre für mich wohl bringen werden. Schon mit 10 Wochen ist mein Baby so pflegeleicht, dass ich zum Schreiben komme und ich würde so gerne bald wieder etwas Branchenverwandtes tun. Mein Baby dafür wegzugeben, kommt jedoch nicht infrage. Vielleicht können wir Familien nicht darauf warten, dass sich die Arbeitgeber verändern – vielleicht müssen wir uns vorher selbst zusammentun. Vielleicht müssen Unternehmen, die in Teilzeit von Müttern und Vätern gegründet werden, den konventionellen und oft familienfeindlichen Unternehmen den Weg zeigen – Ehrgeiz, die nötigen Fähigkeiten und Ausdauer sind ausreichend vorhanden!
    Liebe Grüße, viel Glück für die Familien und Erfolg für das Berufsleben an Gabriela und alle Kommentierenden!

      

    • Gabriela Urban sagt

      Hallo Mara, ich muss zugeben, dass ich am Anfang relativ wütend war, die Schuld bei meinem alten Arbeitgeber gesucht habe und alles ziemlich ungerecht fande … Ich muss sagen, dass ich jetzt meinen Frieden damit geschlossen habe. Denn Veränderungen (auch wenn sie manchmal schlagartig und zu ungünstigen Momenten kommen) können auch neue Türen öffnen. Ich muss zugeben, dass ich zuvor nie den Weg der Selbstständigkeit gesucht hätte – aus reinem Sicherheitsdenken heraus. Doch durch diesen Tritt, den ich verpasst bekommen habe, musste ich eine neue Richtung einschlagen. Und obwohl ich mich noch lange nicht zu 100% beruflich neugefunden habe, fühlt sich gerade alles sehr richtig an – und ich merkre, dass ich mich beruflich einfach viel mehr entfalten kann.

      Was ich damit sagen möchte, hab keine Angst, falls irgendwann auf dich berufliche Veränderungen zukommen sollen. Wir Mütter sind stark und haben irgendwie die Begabung, immer das Beste aus den gegebenen Situationen zu machen. Ich kann dir aber nur raten, deine Elternzeit auch aus beruflicher Sicht ein wenig zu nutzen. Das hatte mich in meiner eigenen Elternzeit gerettet. Kennst du meinen Artikel http://mami-bloggt.de/liebe-muetter-nutzt-die-elternzeit-auch-fuer-euch? Vielleicht kannst du dich ein wenig inspirieren 😉 ich wünsche dir vom ganzen Herzen alles Gute für deinen beruflichen & auch privaten Weg. Berichte gerne mal. Ganz liebe Grüße Gabriela

        

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