Alltäglicher Wahnsinn
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Im Leben einer Mama geht es immer weiter

Im Leben einer Mama geht es immer weiter

Gestern war ein trauriger Tag. Denn ich habe eine Nachricht erhalten, die nicht so schön war. Um ehrlich zu sein, hat sie mich regelrecht umgehauen. Denn es hat sich so angefühlt, als ob ich einen Faustschlag mitten ins Gesicht bekommen hätte. Zweifelsohne bin ich solche Hiebe mittlerweile gewohnt. Denn seitdem ich Mama bin, kommen sie viel öfters. So kommt es mir zumindest vor.

Dein Kartenhaus
In den letzten zwei Jahren musste ich zahlreiche Hiobsbotschaften, Niederlagen & schlechte Nachrichten verkraften. Oft auch sehr kurz vor der Zielgeraden. Da denkst du, du hast es endlich geschafft – und plötzlich trifft dich erneut ein Faustschlag. Er wirft dich aus der Bahn und du liegst auf dem Boden. Und vor dir siehst du dein Kartenhaus, das ebenfalls in sich zusammenfällt. Mal wieder.

Doch gestern hatte ich plötzlich den Gedanken: Ich mag nicht mehr! Ich habe keine Lust, wieder aufzustehen! Ich habe keine Kraft mehr, weiterzukämpfen! … In diesem Moment wollte ich einfach nur liegenbleiben, mich meiner Trauer, Enttäuschung & Niedergeschlagenheit hingeben und voll & ganz in Selbstmitleid versinken.

Schallendes Lachen
Allerdings hatte ich hierfür keine Zeit. Denn ich musste meinen Sohn von der Kita abholen. Mir blieben noch exakt zwei Minuten, um schnell meine Tränen zu trocknen, die restlichen Spuren von meinem emotionalen Ausbruch mit Make-up abzudecken – und schon saß ich auf dem Fahrrad. Allerhöchste Zeit! Dein Kind wartet auf dich! Um Punkt 15.59 Uhr stürmte ich aufgelöst in die Kita. Schon aus der Entfernung hörte ich das schallende Lachen meines Sohnes. Er hatte Spaß – und so gar keinen Sinn für schlechte, traurige Nachrichten. Als mich mein Sohn an der Tür erblickte, sprintete er sofort los – direkt in meine Arme. Kurzer, kräftiger Drücker und schon fing er munter an, vor sich hinzuplappern. Kein Wunder, schließlich hatte er ja den Tag über sooo viel erlebt.

Leuchtende Augen
Mit leuchtenden Augen erzählte er beschwingt – und obwohl es in mir drin eigentlich sehr düster aussah, war seine kindliche Freude durchaus ansteckend. Ich erwischte mich dabei, dass ein Lächeln über mein Gesicht huschte und lauschte weiter aufmerksam seinen munteren Erzählungen. Im Fahrradanhänger fing dann mein Sohn an, voller Inbrunst vor sich hinzusingen. Ich lauschte seinem schiefen Kindergesang, der wie Balsam für meine Seele war – und fühlte mich trotz Niedergeschlagenheit plötzlich irgendwie erquickt.

Was für eine bewundernswerte Leichtigkeit!
Zusammen gingen wir in den Supermarkt und mein 2-jähriges Kind stolzierte mit einer bewundernswerten Leichtigkeit durch die Gänge – als ob ihm die ganze Welt gehören würde. Ich beobachtete ihn, wie er völlig selbstverständlich mit seiner Umwelt interagierte, willkürlich irgendwelche Lebensmittel in den Einkaufswagen packte und sich am Kühlregal anfing, mit einer Oma zu unterhalten. Aus der Entfernung schaute ich meinem Sohn zu und musste immer wieder über ihn schmunzeln.

Und auch seinen kurzen Trotzanfall an der Kasse empfand ich ausnahmsweise als ganz belustigend. So störte es mich diesmal nicht, dass er sich unbedingt auf dem Fußboden wälzen musste. Ich stieg unbeirrt über ihn rüber, bezahlte den Einkauf und bereits einen kurzen Moment später kam auch schon mein Sohn hinterher. Der Trotzanfall war spurlos verschwunden.

Das alltägliche Chaos
Zuhause angekommen, fing das übliche wüste Durcheinander an. Und obwohl ich selber emotional immer noch sehr durch den Wind war, merkte ich, wie gut mir das alltägliche Chaos tat und wie sehr es mich ablenkte. Während ich die Einkäufe wegräumte und mit der Zubereitung des Abendessens begann, hörte ich aus dem Kinderzimmer lautes Poltern & Krachen. Unüberhörbar. Mein Sohn hatte mal wieder die große Kiste mit Duplo ausgeleert. Ein kurzer Blick ins Kinderzimmer bestätigte meine Vermutung. Zudem verteilte er auf dem Fußboden fleißig seine Autos, Bausteine & andere Spielsachen. Und fing dann an, sich bis zur Küche vorzuarbeiten. Mit strahlenden Augen stattete er mir immer wieder einen Besuch ab – und ließ mir sein Feuerwehrauto, zahlreiche Bücher & Rechenschieber da. Er wollte wohl, dass ich mich am Herd nicht so alleine fühle.

Irgendwie muss es ja schließlich weitergehen
Nachdem ich dann später meinen Sohn ins Bett gebrachte hatte, konnte ich endlich wieder in Ruhe nachdenken. Eigentlich hatte ich vor, genau an dem Punkt weiterzumachen, wo ich aufgehört hatte, bevor ich meinen Sohn von der Kita abholen musste. Ich wollte mich meiner Trauer, Enttäuschung & Niedergeschlagenheit hingeben. Und voll & ganz in Selbstmitleid versinken. Schließlich war es ja ein trauriger Tag.

Jedoch wollte es mit den negativen Gefühlen nicht so recht klappen. Zweifelsohne fühlte sich die schlechte Nachricht immer noch wie ein gewaltiger Faustschlag an. Aber irgendwie muss es ja schließlich weitergehen. Ich habe keine Zeit, um liegenzubleiben, aufzugeben oder mich geschlagen zu geben. Denn mein Sohn hat für solche emotionalen Banalitäten kein Verständnis. Ihn interessiert es nicht, ob ich (mal wieder) kurz vor der Zielgeraden gescheitert bin, ob ich erfolgreich bin oder mit persönlichen Niederlagen kämpfe. Für ihn zählt nur, dass seine Mama für ihn da ist, ihn umarmt, ihm zuhört, seinem Gesang lauscht, mit ihm spielt und ihn abends einen liebevollen Gute-Nacht-Kuss gibt.

Der springende Punkt
Als ich heute morgen erwachte, kam mir selbstverständlich sofort die schlechte Nachricht wieder in den Sinn. Jedoch muss ich zugeben, dass sie sich nicht mehr ganz so traurig anfühlt wie gestern. Denn im Leben einer Mama geht es halt immer weiter. Wir müssen unsere Kinder anziehen, sie zur Kita bringen, unseren Verpflichtungen nachgehen und später wieder voll & ganz für unseren Nachwuchs da sein. Wir tragen eine sehr große Verantwortung auf unseren schmalen Schultern. Und vielleicht ist genau das der springende Punkt, der uns so stark macht. Der uns tagtäglich über unsere eigenen Grenzen hinauswachsen lässt. Vielleicht ist es genau dieser Reichtum, der uns von Menschen ohne Kinder unterscheidet. Unser Rettungsring, der uns auch beim starken Seegang nicht über Bord gehen lässt.

Wie banal es klingen mag …
Seitdem ich Mama bin, kommt es mir so vor, als ob ich viel mehr kämpfen müsste als zuvor. Gegen Niederlagen, große Felsbrocken & sonstige Windmühlen. Und obwohl ich an manchen Tagen das Gefühl habe, regelrecht vom Orkan umgeworfen zu werden, stehe ich immer wieder auf. Denn mein Kind lehrt mich tagtäglich, was wirklich wichtig ist im Leben. Zweifelsohne hat mein Sohn die schlichte Begabung, meine emotionale Achterbahnfahrt irgendwie belanglos erscheinen zu lassen, jeglichen Selbstzweifel fortzujagen – und mich mit purer Glückseligkeit zu erfüllen. Und dafür bin ich ihm unendlich dankbar!!!

Manchmal gibt es im Leben einer Mama Momente, in denen wir verzweifeln wollen. Wie banal es jedoch klingen mag – wenn alle gesund sind und es nicht um Leben oder Tod geht, dann wird sich immer eine Lösung finden. (Kleine Memo an mich selbst …)

 

Hast du auch manchmal das Gefühl, dass du gegen Niederlagen, große Felsbrocken & sonstige Windmühlen ankämpfst? Wenn du magst, kannst du mir gerne davon erzählen. Hinterlasse hier einen Kommentar (bitte Benachrichtigungsfunktion aktivieren) oder schreibe mir eine Mail mami.bloggt@yahoo.de – ich freue mich auf dich!

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2 Kommentare

  1. Ich bin heute zum ersten Mal bei Dir gelandet und habe bisher noch keine Ahnung, was bei Dir los ist, was Dich umwirft und was Dir zu schaffen macht. Aber ich finde es großartig, was Du schreibst und welche Kraft dein Kind Dir gibt. Ich verstehe den Punkt absolut, dass man durch ein Kind viel mehr Energie hat (auch wenn sie uns oft die letzte rauben) und es sich noch mal mehr zu kämpfen lohnt. Mach einfach weiter so.

      

  2. Danke, dass du ähnlich tickst, wie ich 😉
    Ein schöner Beirag und ich lese so gerne bei dir.

    Sonnige Grüße

    Yvi

      

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