Der Tag, an dem ich Falten an meinem Hals entdeckte

September 25, 2017

Ja. Dieser Tag musste kommen. Irgendwann. Jedoch hatte ich gedacht, dass er sich wenigstens ankündigen würde. Oder die Entdeckung zumindest etwas schonender daherkäme. Aber nein! Nichtsahnend wollte ich es mir neulich gemütlich auf der Couch machen und einen Film anschauen. Arglos platzierte ich das iPad auf meinem Schoß und bückte mich über das Display. Ein dummer und gemeiner Fehler zugleich! Denn spätestens seit der Selfie-Generation wissen wir ja, dass wir NIEMALS nach unten schauen, sondern IMMER den Kopf leicht nach hinten beugen sollten, um von schräg unten in die Kamera oder ins iPad zu blicken.

Tief ein- und ausatmen!
Wie auch immer! Dummerweise schaute ich also von oben herab und erblickte im Display meinen Hals. Ich erstarrte – und musste im ersten Moment tief ein- & ausatmen, um meine Gedanken zu ordnen … Höchstwahrscheinlich war es das ungünstige Licht. Sicherlich hatte auch die unvorteilhafte Perspektive eine Mitschuld. Auf jeden Fall war meine Kopfhaltung die falsche. Und auch das Retina-Display des iPads wirkte beim Schönheits-Desaster gewaltig mit.

Der Tag war also gekommen. Sie waren da!
Trotz aller Ausreden, die mir wie Gedankenblitze durch den Kopf schossen, konnte ich es jedoch nicht leugnen. Zweifelsohne. Sie waren eindeutig & unschwer zu erkennen. Falten! Falten an meinem Hals. Der Tag war also gekommen. An dem ich mir eingestehen musste, dass die vergangen (zahlreichen) Jahre nicht spurlos an mir vorbeigegangen sind. Selbstverständlich waren die Falten an meinem Hals nicht die ersten. Schon seit geraumer Zeit blicke ich in den Spiegel und entdecke immer mehr Falten, die mein Gesicht zeichnen. Aber Falten am Hals? Diese Beauty-Entdeckung katapultierte mich auf einen Schlag in ein anderes Zeit-Alter.

Der natürliche Lauf der Natur
Dieses Jahr bin ich 39 geworden. Im Klartext: Die dralle 3 in der vordersten Reihe verabschiedet sich langsam aber sicher, um der hinterlistigen 4 Platz zu machen. Somit ist die Jugendlichkeit klammheimlich verschwunden, um von dannen zu ziehen – und das reife, weise Alter klopft lautpolternd an der Tür, um ungefragt einzutreten und sich in meinem Leben breitzumachen. Okay. Habe ich theoretisch verstanden. Und dennoch hatte ich immer geglaubt, dass dieser (Alterungs-) Prozess ein wenig schleichender wäre – und uns nicht so hinterhältig, nichtsahnend, gemütlich auf der Couch sitzend im ungünstigen Licht & in einer unvorteilhaften Perspektive PLÖTZLICH erwischt.

Der nächste dumme Fehler. In der Umkleidekabine von H&M!
Einige Tage später begann ich den nächsten dummen & gemeinen Fehler. Ich ging in die Umkleidekabine von H&M, um eine Hose anzuprobieren. Wie blöd von mir! Ich hätte es selber besser wissen müssen. Schließlich war mir schon mit knackigen & jungen 16 Jahren bewusst, dass das Licht in der Umkleidekabine dieses schwedischen Modehauses sehr, sehr ungünstig-unvorteilhaft ist – und gnadenlos so einige (definitiv zu viele!) Wahrheiten auf die riiieesigen Spiegel projiziert.

Young and powerful
Ohne Frage, mein Stimmungsbarometer war bereits kurz davor den absoluten Tiefpunkt zu erreichen. Kein Wunder! Überall begegneten mir Kleidungsstücke in der Größe XXS oder XS, bauchfreie Oberteile oder T-Shirts mit der Aufschrift Young and Powerful. Wohlwissend, dass sich Klamotten mit dem Schriftzug reifes Alter & ständig müde nicht so gut verkaufen würden, versuchte ich, die Gegebenheiten um mich herum ganz einfach auszublenden. Fokussieren. Klamotten in deiner Größe & deinem Alter entsprechend finden. Das war meine Mission. Nach langem Herumirren wurde ich doch noch fündig und steuerte schließlich die Umkleidekabine (eigentlich müsste dastehen: Vorsicht, Sie betreten gerade die Kammer des Schreckens auf eigene Gefahr!) an.

Die Kammer des Schreckens. Ich erstarrte erneut!
Schlagartig. Verfinsterte sich meine schlechte Laune, als ich beim Versuch, mich in die hautenge Hose zu quetschen, plötzlich nichtsahnend in den Spiegel hinter mir schaute. Was ich da erblickte, möchte ich dir jetzt im Detail ersparen. (Vielleicht hat ja die eine oder andere von euch bereits ähnliche Erfahrungen in der Umkleidekabine bei H&M gemacht.) Ich erstarrte erneut, musste im ersten Moment tief ein- & ausatmen, um zum wiederholten Mal meine Gedanken zu ordnen.

So what?!
Auch das noch! Innerhalb von ein paar Tagen. Zuerst die Entdeckung, dass ich jetzt im Hals-Falten-Alter angekommen bin und dann der Anblick meiner gequetschten und definitiv nicht mehr aalglatten Oberschenkel und Hinterns. Ja, die Erkenntnis war da. Doch mit ihr kam im zweiten Moment auch ein weiterer Gedanke. So what?!

Ich musste etwas schmunzeln. Als ich mir vorstellte, wie ich reagiert hätte, wenn ich mit 16 oder meinetwegen auch mit 26 Jahren solche Schönheits-Desaster an meinem Körper entdeckt hätte. Mit Sicherheit, hätte mich so eine Beauty-Entdeckung ordentlich aus der emotionalen Bahn geworfen. Aber jetzt? Mit 39 Jahren?

Im Leben angekommen – und noch lange nicht am Ziel
Zweifelsohne, in meinem Mama-Leben spielen mittlerweile ganz andere Dinge eine viel wichtigere Rolle. Das Hinzukommen von Falten & Kilos, das Abnehmen der Spannkraft meines Bindegewebes und die tief-dunklen Augenränder nehme ich nur noch bedingt nebenbei wahr. Wenn überhaupt! Denn ich bin in einer Lebensphase angekommen, in der ich niemandem mehr etwas beweisen – geschweige mich mit anderen Frauen messen muss.

Warum auch? Das wahre Glück für mich ist meine Familie. Ich habe ein tolles, gesundes Kind, das mich auch an den düstersten Tagen zum Lachen bringt, ich habe meine Leidenschaft zum Beruf gemacht – und ich bin eigentlich ziemlich zufrieden. Mit dem, was ich habe, mache und bin. Trotz der ganzen Baustellen, die mich umgeben. Denn ich bin in meinem Leben angekommen – und dennoch befinde ich mich noch lange nicht am Ziel. Ich habe die Mitte meines Lebens gefunden!

Und für mich persönlich ist diese Erkenntnis viel, viel wichtiger, als die Falten an meinem Hals oder der Anblick im Spiegel in der Umkleidekabine bei H&M.

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1 comment

  1. Comment by Sabine

    Sabine Reply September 26, 2017 at 9:07 am

    Hihi, eigentlich bin ich da ganz entspannt…das mit dem Hals ist mir letztens aber auch aufgefallen (also bei mir, nicht bei Dir ;-))und neuerdings beobachte ich auch meinen Handrücken :-). An den Händen wird das Alter ja auch recht deutlich. Und ich glaube zu erkennen, dass die Haut dort nicht mehr so straff ist wie noch vor einigen Jahren :-). Tja…ich fürchte…that’s life. Gottseidank bringt mich das (bisher noch) nicht aus der Ruhe.

      

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