Alltäglicher Wahnsinn, Favorite, Papa-Wahnsinn
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Klimmzüge kann er NOCH nicht

Väter sind in der Regel mächtig stolz auf ihre Kinder. Ohne Wenn und Aber. Und manchmal neigen sie dazu, ihren Stolz ins überirdische Unermessliche zu katapultieren. Dabei vergessen sie oft, dass ihre Kinder auch nur gewöhnliche Menschen sind, die ebenfalls Schwächen & Fehler haben. Das sollte eine Mama aber nicht unbedingt zu Papa sagen. Denn schnell fühlt sich dieser angegriffen und zutiefst beleidigt, wenn sein eigenes Fleisch & Blut nur ansatzweise de-perfektioniert wird. Nein, mein Sohn macht das nicht. Mein Sohn ist so toll. Ja, mein Sohn kann das schon sehr lange … Kein Wunder schließlich ist auch Papas Erbgut dafür verantwortlich, dass das eigene Kind sich so prächtig und überdurchschnittlich entwickelt, ein Genie ist – und außergewöhnlich gutaussieht. Nicht zu vergessen den unwiderstehlichen Charme, ja den hat das Kind auf jeden Fall auch von Papa geerbt.

Mit stolzgeschwellter Brust
Um Missverständnisse zu vermeiden. Auch Mütter sind auf ihre Sprösslinge mächtig stolz. Zweifelsohne. Doch in den meisten Fällen verhält sich deren Stolz-Gefühl – im Vergleich zu Papa, der auf dem Spielplatz mit stolzgeschwellter Brust & coolem Gang seinem Sohn hinterher stolziert und frenetisch die ganze Welt darauf hinweisen möchte: Das ist meiner! – etwas anders. Mütter scheinen in ihrer Meinungsäußerung über ihren Nachwuchs etwas geerdeter zu sein.

Mit anderen Worten: Sie neigen dazu, ihr Kind etwas realitätsnäher zu betrachten. Und gewiss ist ihr Kind nicht immer perfekt. Und ja, es hat auch irdische Schwächen und Fehler. So sind Menschen halt. Vielleicht liegt die unterschiedliche Betrachtungsweise von Mutter und Vater daran, dass beide ein unterschiedliches Zeitfenster zur individuellen Beurteilung heranführen. Während der Papa oft punktuell (beispielsweise am höchsten Gipfel auf dem Klettergerüst) seinen genetischen Nachfolger beurteilt, hat Mama bereits einen Dauereinsatz von über 48 Stunden hinter sich, in dem sie einige dramatische Notfälle, Wutausbrüche, Trotzanfälle & zahlreiche volle Windel meistern musste.

Papas ganzer Stolz – je höher, wilder & unbändiger, desto besser
Und ja. Auch in unserem Haus verhält es sich sehr ähnlich. In Papas Welt ist sein Sohn absolut perfekt und das tollste & schönste Kind auf der ganzen Welt (oder doch in der ganzen Galaxie?) – und in Mamis Welt ist Papas ganzer Stolz halt nicht immer so perfekt … Um nicht nur pauschal von irgendwelchen Klischees zu sprechen, werde ich mal etwas konkreter. Bei uns ist das Wochenende intensive Papa-Zeit. Dann wird getobt, was das Zeug hält – und Mami darf zuschauen und hinterher das Schlachtfeld aufräumen. Klar gehört dann ein ausgiebiger Besuch auf dem Spielplatz zum absoluten Pflichtprogramm. Frei nach dem Motto, je höher, wilder & unbändiger, desto besser. Schließlich sind Papas sportliche Fußstapfen sehr groß – und dass das Kind eine große Sportkarriere vor sich hat, ist so sicher, wie das Amen in der Kirche. Und was irgendwann mal der beste Fußballspieler auf der Welt (oder vielleicht doch Basketball-Profi?) werden wird, muss sich bereits in jungen Monaten auf dem Spielplatz einem harten Training unterziehen – selbstverständlich mit Papa als Trainer.

Klimmzüge kann er NOCH nicht
So musste auch dieses Wochenende mein Sohn einen anspruchsvollen Parkour bewältigen und mit jeder Station wuchs Papas Stolz ins überirdische Unermessliche. Das ist meiner! Unübersehbar. Nachdem das knallharte Training erfolgreich absolviert war, resümierte Papa völlig fix und fertig (schließlich hatte er als Trainer 1.000% gegeben) die Trainingseinheit. Fazit: Also an der Reckstange kann sich mein Sohn schon fast selber festhalten – aber Klimmzüge kann er NOCH nicht … Waaass??? Mit 16 Monaten kann unser Sohn noch keine Klimmzüge? Bist du dir sicher, dass er noch irgendeine Chance hat, die mindestens 10 Olympiamedaillen nach Hause zu holen … Jedoch weise wie ich bin, verkneife ich mir grundsätzlich solche Sprüche. Um Papas Seelenfrieden zu wahren – aber auch um ihn weiterhin mächtig stolz auf seinen Sohn sein zu lassen. Denn irgendwie bringt es mich immer wieder zum Schmunzeln, wenn er vor lauter Vater-Stolz zu platzen droht.

Das beste väterliche Erbmaterial im mütterlichen Brutkasten
Und wie soll es auch anders sein, auf dem Weg zum Auto setzt Papa noch einen drauf. Und verkündete witzelnderweise: Du hast meinen Sohn schon sehr gut gebaut. Aber eigentlich konntest du ja nicht viel falsch machen, schließlich habe ich dir das beste Erbmaterial zur Verfügung gestellt – und wenn wir mal ganz ehrlich sind, bist du ja auch nur der Brutkasten gewesen … Ich lasse diese Worte dann einfach mal unkommentiert stehen und denke mir meinen eigenen Teil 😉

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Und wie ist es bei dir zu Hause? Droht der Papa auch vor Stolz zu platzen? 😉 Erzähle mir deine Geschichte – entweder hier als Kommentar oder schreib mir eine Mail an mami.bloggt@yahoo.de

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12 Kommentare

  1. Ah, einfach herrlich soetwas zu lesen. Väter uns ihre Söhne – unglaublich schön. Meiner ist noch etwas zu klein um zu laufen, aber ich wette unsere Spielplatzbesuche werden genauso aussehen wie Eure!

    Liebe Grüße

      

    • gabriela_urban sagt

      Hallo Laura, irgendwann geht es schnell mit dem Laufen. Eben noch gekrabbelt & plötzlich klettern sie auf irgendein Gerüst rauf 😉 Und, ja. Es ist unheimlich schön, meine beiden Männer auf dem Spielplatz zu beobachten. Manchmal habe ich auch das Gefühl, dass Papa noch ein bisschen mehr Spaß auf dem Spielplatz hat, als unser Sohn … Aber das Gefühl kann auch täuschen 😉 Ganz liebe Grüße, Gabriela

        

  2. Herrlich! Da sind wirklich alle Väter gleich! Unsere Tochter wird sicher Weltmeisterin im Ringen, wenn es nach ihrem Papa geht. Der trainiert täglich mit ihr. Und Klettern: da hat er sie einmal im Klettergurt vom Balkon abgeseilt, da wird gleich die Expedition in Hochgebirge geplant😂

      

    • gabriela_urban sagt

      Mit einem Klettergurt vom Balkon abgeseilt??? Ich hoffe jetzt, dass das mein Mann nicht liest – denn der ist gleich der nächste, der das auch ausprobieren möchte 😉 Herrlich, wie viele Männer selber zum Kind mit ihrem Kind werden. Und die Sportlerkarriere streben wohl so einige an … Ganz liebe Grüße, Gabriela

        

  3. Schön geschrieben. Ich musste wirklich schmunzeln. Auch wenn’s bei uns etwas anders aussieht, war ich vor Augen am Wochenende dabei ;-).
    LG Nina

      

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  7. Marry sagt

    Immer wieder gut zu wisssen, dass es wo anders auch so abläuft 😉
    Die sportlichen Fußstapfen sind in der väterlichen Familie so groß, dass schon während der Schwangerschaft geplant wurde: “ein Junge wäre toll, aber als Mädchen holt man leichter eine Olympiamedaille“
    Unser Kleiner wird demnächst 2 und trotz unglaublicher Absprungkraft konnten wir Skispringer vorgestern ausschließen, dafür ist er zu groß 😉
    An der Profikarriere als Fußballer/Handballer/ Schwimmer wird hart gearbeitet.
    Aber nicht nur der Papa trainiert, nein auch der stolze Onkel macht immer wieder “Situps“ mit ihm. Was soll man dazu sagen. Einfach Klappe halten und genießen 😊

      

    • gabriela_urban sagt

      Hallo Marry, vielen Dank für deinen lustigen Kommentar. Habe ihn heute direkt nach dem Aufstehen gelesen und musste echt schmunzeln. Väter scheinen sich sehr zu ähneln 😉 Aber wie gut, dass ihr jetzt die Skispringer-Karriere ausschließen konntet, dann könnt ihr euch im Trainingsplan ja ein wenig fokussieren. Bei uns wird aktuell auch ernsthaft über eine Basketball-Karriere nachgedacht 😉

      Aber ja, als Mami einfach Klappe halten und de Männer beim Treiben beobachten macht auch extrem viel Spaß. Ganz liebe Grüße, Gabriela

        

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