Alltäglicher Wahnsinn, Familienwahnsinn
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Wenn sich Minuten wie Stunden anfühlen & doch nur Sekunden vergangen sind

Gestern war so ein Tag. An dem die Zeit einfach nicht vergehen wollte. Nein. Sie wollte nicht nur vergehen. Sie schien sogar, stehenzubleiben. Ich war so hundemüde, dass ich hätte fast im Stehen einschlafen können. Ich fing an, die Minuten zu zählen. Bis mein Sohn ENDLICH ins Bett gehen würde. Blick auf die Uhr. Noch 180 Minuten. Noch nie schien mir eine Zahl, so unüberwindbar zu sein. Außerhalb des Möglichen & Machbaren.

Marathonlauf als Sprint
180 Minuten? Das kam mir wie ein Marathonlauf vor – jedoch ohne Erholungsmomente. Sozusagen ein Marathonlauf als Sprint, so wie die kenianischen Läufer es gerne machen … Doch diese Ausdauer fehlte mir. Ich wollte doch nur in die Horizontale und etwas die Augen schließen. Einfach nur entspannen. Mit meinen Gedanken dahingleiten, an nichts Böses denken. Einfach nur … In solchen Momenten ist auf meinen Sohn absoluter Verlass. Er hüpft auf mir rum, zieht an meinen Haaren & kreischt mir ins Ohr. Pavarotti hätte an dieser Tonlage seine wahre Freude gehabt. Mami nicht. Zwar war ich kurzfristig wieder hellwach – doch ich suchte nach der imaginären Snooze-Taste meines iPhones.

Wäre in diesem Moment eine gute Fee gekommen und hätte mir drei Wünsche angeboten – ich hätte es kurz & simpel gemacht: Ich möchte einfach nur entspannen & etwas schlafen … Doch das Bild dieser guten Fee verschwand ruckartig aus meinem Kopf, als mein Sohn mich auf unsanfte Art und Weise aufforderte, mit ihm zu spielen.

Das Zeitgefühl kann relativ sein
Zweifelsohne, es gibt Tage, an denen zählt man am Abend die verbleibenden Minuten. Es soll auch Tage geben, an denen Mama schon morgens mit dem Minuten-Zählen beginnt. Aber zum Glück war gestern nicht so ein Tag. Doch schlimm genug. Die Minuten kamen mir wie Stunden vor – und doch waren nur Sekunden vergangen. Wie relativ doch so ein Zeitgefühl sein kann … Keine Zeit zum Philosophieren, mein kleiner Rabauke hatte andere Dinge im Sinn. Und es half auch nicht, nur mal ansatzweise in die Horizontale zu wechseln. So schön gemütlich, auf dem harten Boden im Kinderzimmer, kurz mal ablegen … Denkste. Jeder Versuch wurde gleich bestraft. Schließlich muss Mami ihren Pflichten nachkommen.

Der Feierabend ist da
Noch heute ist es mir ein Rätsel, wie ich die 10.800 Sekunden ohne einen erheblichen Kollateralschaden überleben konnte. Aber so wie eine Geburt garantiert irgendwann vergeht, so war gestern auch nach langem Bemühen & großen Anstrengungen der langersehnte Moment endlich da. FEIERABEND. Das Kind war im Bett. Es schlief zwar noch nicht, beklagte sich lauthals und kreischte noch ein wenig rum, aber das klang nahezu wie eine himmlische Engelsmelodie, die da so ganz sanft zu mir in die Küche drang, während ich das unübersehbare Chaos im Esszimmer & in der Küche beseitigte. Aber gleich, gleich ist es geschafft …, fehlt nur noch die Wäsche waschen & aufhängen, den Müll rausbringen, die Spülmaschine ausräumen, Staubsaugen …

Kennst du dieses Gefühl? Kommt dir diese Geschichte bekannt vor? Dann erzähle mir davon 😉 Schreibe entweder einen Kommentar oder eine Mail an mami.bloggt@yahoo.de – ich freue mich schon darauf, von deinem Leid zu lesen 😉

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6 Kommentare

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  4. Ich habe dieses Gefühl regelmäßig, wenn ich Vater-Mutter-Kind spielen soll. Oder Pferdchen-Mama-Vater-Kind. Oder Fuchs-Mama-Papa-Kind. Spielen trifft es eigentlich nicht richtig. Eher ein ständiges Rollenwechseln auf Kommando. Dann, ja dann zähle ich auch die Sekunden, Minuten, Stunden.

      

    • Gabriela Urban sagt

      Hallo Julia-Maria,

      kann ich sehr gut nachvollziehen. Beim Spiele fällt es mir oft auch etwas schwer, nicht ständig auf die Uhr zu schauen. Nicht weil ich mit meinem Sohn nicht gerne spiele, sondern vielmehr weil er unter spielen etwas anderes versteht. Gerne rennt er dann von einem Spielzeug zum nächsten, hüpft auf mir rum und gibt ebenfalls sehr gerne Kommandos. Ich muss zugeben, gemeinsam kuscheln fällt mir wesentlich leichter 😉 Liebe Grüße Gabriela

        

  5. Pingback: Diesmal gehe ich NUR für MICH shoppen – und NICHT für mein KIND - Mami bloggt

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