Autor: Gabriela Urban

Brief an meinen Sohn zum 2. Geburtstag

24 Monate. 720 Tage. 17.280 Stunden. So lange bist du schon bei uns, mein kleiner Mann. Ich mag es kaum glauben – und frage mich, wo die Zeit geblieben ist. Vor genau 2 Jahren um diese Uhrzeit ist bei mir die Fruchtblase geplatzt. Das signifikante Zeichen dafür, dass große Veränderungen vor unserer Tür standen. Ohne zu wissen, was uns wirklich erwartet, packten wir die Kliniktasche, setzten uns ins Auto und starteten aufgeregt einem neuen Leben entgegen. Kaum im Krankenhaus angekommen, setzten auch bereits die Wehen ein. Ein gutes Zeichen, dachte ich. Zu diesem Zeitpunkt war ich mir noch nicht im Klaren darüber, dass ich noch etliche Stunden überstehen musste, um dich in den Armen zu halten … Knapp 26 Stunden später war es dann soweit. Du erblicktest das Licht der Welt und mit deinem schrillen Kreischen sagtest du Hallo zu uns. Da war sie. Die besagte große Veränderung in unserem Leben. Die Welt schien stehenzubleiben Zuvor hatte ich oft gehört, dass in jenem Moment, in dem die Mutter das Kind in den Armen hält, plötzlich …

Was kostet eine 4-wöchige Reise nach Kolumbien?

Du planst mit deiner Familie oder alleine eine Reise nach Kolumbien – und bist dir nicht sicher, mit welchem Budget du rechnen musst? Auf meiner 4-wöchigen Backpacker-Reise durch Kolumbien alleine mit meinem kleinen Kind habe ich minutiös alle Ausgaben für Flüge, Unterkünfte, Essen, Busse, Taxis, Ausflüge, Eintritte & Sonstiges festgehalten, sodass ich am Ende unserer Kolumbienreise zu zweit eine übersichtliche Kostenaufschlüsselung erstellen und somit ein erforderliches Tagesbudget errechnen konnte. Nachdem ich bereits meine 18 Highlights unserer Kolumbienreise zusammengefasst habe, möchte ich jetzt auch mein Insiderwissen in puncto Budget gerne mit dir teilen – und dich somit bei deiner Kolumbien Reiseplanung unterstützen. Ist Kolumbien ein günstiges Reiseziel? Eins vorneweg. Kolumbien ist nicht unbedingt das günstigste Reiseziel – und dementsprechend wird eine Reise nach Südostasien sicherlich etwas preiswerter ausfallen. Dennoch ist Kolumbien im Vergleich zu anderen südamerikanischen Ländern – beispielsweise Ecuador, Brasilien oder Argentinien – NOCH (deutlich) preiswerter. Das wird sich in den kommenden Jahren sicherlich rasant ändern. Denn schon jetzt merkt man, dass die Preise an den touristischen Hot Spots, wie zum Beispiel Cartagena oder Palomino, …

Super fix gemacht: Bärlauch-Zitronen-Carbonara

Ich liebe dieses Grünzeug! Und zum Glück teilt meine Familie diese kulinarische Vorliebe mit mir. Deswegen nutze ich die diesjährige Bärlauch Saison und koche ganz viele Rezepte mit Bärlauch. Gestern habe ich kurzerhand das klassische Carbonara Rezept durch einige Zutaten abgewandelt. Und herausgekommen ist eine super köstliche Bärlauch-Zitronen-Carbonara. Und das Beste? Dieses Rezept ist super schnell gemacht – und steht bereits nach 20 Minuten auf dem Tisch. Zutaten: Spaghetti oder Nudeln 1 Bund Bärlauch 1 rote Zwiebel 1 Zitrone Räucherspeck, gewürfelt Olivenöl Parmesan 2 Eier 100 ml Sahne 2 TL saure Sahne Salz Pfeffer Und so geht´s: 1. Spaghetti oder Nudeln kochen. Bärlauch waschen & trocknen. Den Stielansatz entfernen und kleinschneiden. Zwiebel kleinwürfeln. Zitrone heiß abwaschen und mit einer Reibe die Schale fein abreiben. Anschließend Saft aus einer halben Zitrone auspressen. 2. Olivenöl in einer großen Pfanne erhitzen. Speck darin knusprig für ca. 5 Minuten anbraten. Zwiebel hinzugeben und kurz mitbraten. Bärlauch & Zitronenabrieb unterrühren und vom Herd nehmen. Auf einem extra Teller beiseitestellen. 3. Parmesan feinreiben. Eier & Sahne gründlich verquirlen. ¾ vom Parmesan …

Kambodscha mit Kindern – Ratgeber für deinen Familienurlaub

Ich gestehe. Ich habe mich in dieses faszinierende & vielseitige Land sofort verliebt. Ich weiß, dass die Meinungen auseinandergehen. Es gibt Reisende, die Kambodscha lieben & diejenigen, die das Land furchtbar finden. Ich habe nun das große Glück, zur ersten Kategorie zu gehören. Denn Kambodscha hat es mir & meinem kleinen Sohn nicht schwergemacht, das Land & seine Leute sofort in unser Herz zu schließen. Alleine mit meinem 20-monatigen Kind bin ich im November 2016 ganz spontan zu unserer abenteuerlustigen Kambodscha-Reise mit dem Rucksack aufgebrochen. 4 Wochen sind wir beide gemeinsam durchs Land gereist, haben spektakuläre Dinge gesehen, unvergessliche Begegnungen gemacht und sehr viele Menschen kennengelernt. Auf unserer Reise konnte ich zahlreiche Informationen sammeln, die ich jetzt an dich weitergeben möchte – und die dich bei der Planung unterstützen sollen. In diesem Ratgeber findest du ausschließlich spezifische Informationen & Tipps rund um das Thema Kambodscha mit Kindern. Dieser Kambodscha-Ratgeber widmet sich 20 verschieden Themen, die uns Eltern vor & während einer Reise beschäftigen: Ist Kambodscha mit Kindern geeignet? Kinderfreundlichkeit, worüber sollte ich mir im Klaren …

Kambodscha mit Kindern – Ratgeber für deinen Familienurlaub, Teil 2

Fortsetzung von: Kambodscha mit Kindern – Ratgeber für deinen Familienurlaub 10. Wie weit sind die Strecken? Wie lange benötigt man von A nach B? Wie bereits in meinem Kambodscha Travel Guide – das musst du wissen detailliert erläutert, sind in Kambodscha die wichtigsten Verbindungsstraßen gut ausgebaut, sodass man relativ unproblematisch im Land von A nach B kommt (zumindest zu den Hot Spots). Auf unserer Reise habe ich immer darauf geachtet, dass wir nicht zu lange im Bus sind – und statt einer langen Strecke lieber einen Zwischenstopp eingelegt. Da Kambodscha im Vergleich zu anderen Ländern nicht so groß ist, waren wir eigentlich nie länger als 3-4 Stunden unterwegs. Unsere längste Fahrt war von Phnom Penh nach Battambang (5 Stunden). 11. Kindersitz im Auto Kindersitze kennen die Kambodschaner nicht. Denn wie in den meisten anderen asiatischen Ländern fahren Kinder im Auto ohne einen speziellen Sitz mit. Dementsprechend wird es auch sehr schwer, ein Taxi zu finden, dass ausgerechnet einen Kindersitz hat. Wer also keinen eigenen Kindersitz nach Kambodscha schleppen möchte, muss sich notgedrungen den lokalen Verhältnissen …

Kambodscha Travel Guide – das musst du wissen

Schuldig im Sinne der Anklage. Ich habe mich total in Kambodscha verliebt. Bereits am Flughafen in Phnom Penh hatte dieses Land es geschafft, mich sofort in seinen Bann zu ziehen. Seitdem gehört Kambodscha zu meinen persönlichen Top 5 Lieblingsländern weltweit. Ende November 2016 reiste ich gemeinsam mit meinem 20-monatigen Sohn 4 Wochen durch Kambodscha. Dabei konnte ich viele hilfreiche Informationen sammeln, die ich jetzt an dich weitergebe – damit sie dich bei der Planung deiner Kambodscha-Reise unterstützen. Dieser übersichtliche Kambodscha Travel Guide widmet sich insgesamt 15 verschiedenen Themen. Hier findest du unter anderem vieles Wissenswerte über Land, Leute, Geschichte, Wetter, Reisedauer, Visum, Sicherheit, Geld, Kosten & Budget, Unterkünfte, Internet & Telefon, Essen, Fortbewegung – sowie abschließend mein persönliches Fazit. Wer plant, ebenfalls mit seinem Kind dieses wundervolle Land zu bereisen, kann sich hier weitere spezifische Informationen zum Thema Kambodscha mit Kind holen. 1. Kambodscha – was für ein vielfältiges Urlaubsland Ja, ich gestehe, ich bin diesem faszinierenden & vielseitigem Land absolut verfallen. Ich bin mir dessen aber auch bewusst, dass die Meinungen über Kambodscha sehr …

Kambodscha Travel Guide – das musst du wissen, Teil 2

Fortsetzung von Kambododscha Travel Guide – das musst du wissen 8. Geld in Kambodscha In Kambodscha kannst du überall sowohl mit US-Dollar als auch mit der eigenen Landeswährung Riel (1 Dollar = 4.000 Riel) bezahlen. In der Regel bezahlst du vor allem etwas größere Summen mit Dollarscheinen und bekommst das Wechselgeld in Riel zurück. Du kannst aber auch bei einem Einkauf oder im Restaurant beide Währungen miteinander kombinieren. Das hört sich vielleicht erst mal etwas kompliziert an, klappt aber in der Praxis super. Vor allem in den größeren Orten gibt es ausreichend ATMs, an denen du problemlos Geld (Dollar oder Riel) abheben kannst. In den ländlicheren Regionen und vor allem auf den Inseln (zum Beispiel Koh Rong & Koh Rong Samloem) gibt es keine Geldautomaten. Daher solltest du dich vorab, mit ausreichend Bargeld eindecken. Meine Empfehlung: Ich habe mir bereits aus Deutschland ein paar Hundert Dollar mitgebracht, so musste ich vor Ort nur noch einmal abheben. Achte dabei, eher kleinere Dollarnoten – also überwiegend 10er oder 20er – mitzunehmen. Außerdem ist es ratsam, immer ein …

Das nächste Reiseabenteuer wartet

Ich habe es SCHON WIEDER getan. Wie sehr ich doch diesen Satz liebe. Denn wenn ich ihn sage, meine ich damit, dass ich erneut einen Flug gebucht habe. Das bedeutet, dass die nächste Backpacker-Reise bevorsteht. Bei diesem Gedanken macht mein Herz immer ganz große Luftsprünge. Der Puls steigt. Es kribbelt im Bauch – und ja, ich habe regelrecht Flugzeuge im Bauch. Wenn ich mir vorstelle, dass mein fast 2-jähriger Sohn und ich bereits in 1,5 Wochen in einem anderen Land sein werden. Fühlt es sich richtig an, dann setze es auch in die Tat um Doch wo geht es diesmal hin? Ich muss zugeben, dass ich mir diese Frage ebenfalls lange gestellt habe. Normalerweise denke ich über die Wahl der nächsten Reisedestination nicht lange nach. Ich habe eine Idee, checke, ob ich einen relativ günstigen Flug finde. Und schon ist die nächste Reise gebucht. Es ist durchaus schon mal vorgekommen, dass von der fiktiven Idee bis zur tatsächlichen Buchung gerade mal ein paar Stunden vergangen sind. Ich liebe gerade meine persönliche Freiheit, spontan Entscheidungen treffen …

14 süße Phasen, die das Elternherz höherschlagen lassen

Mein Sohn ist jetzt fast zwei. Zweifelsohne, ein anstrengendes Alter. Denn er ist voll und ganz in seiner besten Phase angekommen: der berüchtigten Trotzphase. Die nicht umsonst, von vielen Eltern (und dem Rest der Umwelt) hochgradig gefürchtet wird. So auch bei uns zuhause. Mein Sohn schafft es, innerhalb der allerkürzesten Millisekunde von 0 auf 100 zu schalten. Soeben herrscht eitel Sonnenschein – und dann urplötzlich ziehen tiefdunkle Gewitterwolken bei uns auf. Goethes Himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt ist absolut harmlos dagegen, im Vergleich zudem, was jetzt kommt … SCHREEEEEIIIIIALAAAAARM. Der Grund? Den hat mein Sohn bestimmt schon selber vergessen. Höchstwahrscheinlich hat ihm mal wieder irgendetwas nicht gepasst. In solchen Situationen (also gefühlt 1.873 Mal am Tag) singe ich stumm vor mich her. Es ist nur eine Phase. Mein Mantra. Und dabei lege ich die tonale Gewichtung auf das kleine Wörtchen PHASE. Dieses eintönige Mantra-Singen hilft mir aktuell weiter, um die nervtötende Geduldsprobe irgendwie zu bestehen. Doch zur Trotzphase kommen gerade noch zig weitere Phasen hinzu. Da wären zum Beispiel: sich unbedingt beim Frühstück die Haferflocken …

Colombo – meine Liebe auf den 2. Blick

Die meisten Reiseführer, Blogs & Co. sagen, dass man die 2 Millionen Metropole Colombo auf seiner Reise durch Sri Lanka ohne schlechtes Gewissen auslassen kann. Sie sei zu voll, schmutzig, heiß und außerdem gäbe es nicht wirklich viel zu sehen. Fast hätte ich selber auf diesen gutgemeinten Ratschlag gehört. Zumal mir auch andere Personen – die schon sehr lange in Sri Lanka leben – von einem Besuch abrieten. Doch meine Neugierde war trotz aller Warnungen geweckt. Da ich eigentlich ein großer Fan von asiatischen Metropolen bin, wollte ich mir unbedingt ein eigenes Bild machen. Eine kurze Begegnung Mein erster Besuch in Colombo war schrecklich. Eigentlich war es ja nur ein Durchfahren. Denn auf unserer Familienreise durch Sri Lanka nahmen wir den local bus von Negombo aus nach Colombo, um dort am Bahnhof gleich in den nächsten Bus Richtung Südküste zu steigen. Doch bereits die erste Fahrt im absolut überfüllten Bus ins nur 30 km entfernte Colombo wurde zu einer richtigen Tortur. Das Gute: Mein Sohn, Papa & ich hatten einen Sitzplatz. Das war’s dann aber …

Backpacking mit Kleinkind – meine ultimative Packliste (zum Downloaden)

Zweifelsohne mein kleiner Sohn und ich sind mittlerweile ein sehr gut eingespieltes Reiseteam. Schließlich haben wir beide zusammen bis jetzt schon 12 Länder bereist – und können uns dementsprechend als halbwegs routinierte Reiseprofis bezeichnen. Doch auch nach sehr vielen Erfahrungen im alleine Reisen mit Kleinkind bleibt nach wie vor das Gepäck für mich als Mama die größte Herausforderung. Schließlich muss ich auf unseren Reisen das Gepäck immer alleine im Griff haben – und im schlimmsten Fall auch meinen kleinen Reisebegleiter 😉 . Reisen mit Kleinkind: Alles muss minimalistisch & funktional sein Deswegen lautet auf unseren Backpacking-Reisen meine Überlebensregel: so wenig wie möglich mitnehmen! Ich weiß, hört sich in der Theorie relativ einfach an, ist jedoch in der Praxis nicht so leicht umsetzbar. Denn plötzlich fallen einem 1.000 Dinge ein, die unbedingt noch mitmüssen. Aus eigenen Erfahrungen kann ich jedoch nur sagen, jedes Überflüssige Gramm wird beim Rumreisen eine nervtötende Last. Daher muss die Packliste von Anfang an sehr gut durchdacht und der Rucksack äußerst minimalistisch & funktional gepackt sein. Außerdem reise ich immer nur mit …

Kritik tut weh … und wie ich damit umgehe

Keiner ist perfekt. Und wir Mütter schon gar nicht. Während vor einigen Jahrzehnten, viele Frauen krampfhaft versuchten, das Bild einer heilen Bilderbuchfamilie nach außen zu präsentieren – stehen heutzutage immer mehr Mamis zu ihren Fehlern und sprechen sogar öffentlich darüber. Warum auch nicht? Denn wer ist schon perfekt. Sind es nicht gerade die Ecken & Kanten an uns, die uns menschlich machen? Und warum sollen wir nicht zu unseren Schwächen & emotionalen Tiefs stehen? Und mal ganz ehrlich, ist das Perfekt-Sein nicht schon längst aus der Zeit gekommen? Doch wenn Mami öffentlich dazu steht, dass ihr Alltag nicht dem einer Bilderbuchfamilie gleicht, dann sind die Kritiker zweifelsohne nicht mehr weit. Denn gerade Mütter untereinander können schnell zu verbalen Furien werden. Ob man sie nach ihrer Meinung fragt – oder auch nicht fragt, spielt dabei keine Rolle. Wir haben sicherlich schon alle mal so eine Situation erlebt, in der Frauen nicht einer Meinung waren. In der wir selber offenherzig oder unterschwellig kritisiert wurden. Und obwohl es meinen Blog mittlerweile bereits seit über einem Jahr gibt, bin …

Alexander Keen: 9 Dinge, die wir von Honey lernen können

Ich gestehe. Ich schaue das Dschungelcamp. Und zwar jeden Abend. Mein Mann kann es absolut nicht begreifen. Er sagt immer: So eine intelligente Frau – und da guckst du dir diesen Mist an! Ja, und zwar mit dem größten Vergnügen. Der Grund? Bei diesem TV-Format kann ich einfach so schön den Kopf ausschalten und mich berieseln lassen. Außerdem finde ich die Sendung äußerst unterhaltsam – und manchmal sogar ein wenig inspirierend. Ein Protagonist geht mir dabei nicht mehr aus dem Kopf. Na klar, wer könnte es anders sein als Alexander Honey Keen. Ein junger Vater, ganz gutaussehend, athletische Figur und ein extremer Selbstdarsteller. Vor ein paar Monaten kannte ihn absolut keiner. Doch dann kam sein legendärer (hüstel, hüstel) Auftritt bei GNTM. Honey witterte seine große Chance und sprang flink auf den Zug ich-möchte-jetzt-unbedingt-berühmt-werden auf. Seitdem ist noch nicht mal ein Jahr vergangen – und momentan sprechen Millionen von Menschen über ihn. Respekt … Und während ich so weiter über die TV-Figur Alexander Honey Keen grübele, fallen mir so einige Dinge an ihm auf, vor denen …

Brief an mein früheres Ich. Oder: die nächste Runde auf dem Karussell

Wenn ich einen ehrlichen Brief an mein früheres Ich schreiben würde, wäre der Inhalt sehr niederschmetternd. Vor allem wenn ich ihn heute schreibe. Denn das Leben besteht nicht nur aus Sonnenschein, sondern auch aus tiefem Schatten. So ist es nun mal. Das Karussell des Lebens dreht kontinuierlich seine Runden und dabei geht es streckenweise hochhinaus und dann wieder tiefhinab. Das Prinzip ist einfach. In der Theorie zumindest. In der Praxis gestaltet sich diese Karussellfahrt nicht immer als das pure Vergnügen – und gleicht vielmehr einer emotionalen Achterbahnfahrt. Hierzu jedoch später noch mehr … Unbeschwert, unkompliziert & vielversprechend Doch zurück zum Brief. Heute also schreibe ich einen offenherzigen Brief an mein früheres Ich. Dieses Ich ist 25 – und dementsprechend 13 Jahre jünger als mein heutiges Ich. Es befindet sich gerade im Auslandssemester in Lissabon und bis auf ein paar Vorlesungen & Seminare tagsüber und anstehende Klausuren & Hausarbeiten ist das Leben gerade relativ unbeschwert & unkompliziert. Ein bisschen lernen, viele Cafés trinken und andauernd Freunde treffen. Mal am Strand, in den Bars oder an anderen …

Zuhause angekommen. Oder: mein Problem mit der Liminalität

Der Tag danach … Heute bin ich um 3 Uhr morgens aufgewacht. Draußen war es stockdunkel und im ersten Moment überkam mich ein ungewohntes Gefühl der absoluten Orientierungslosigkeit. Ich wusste nicht, wo ich war. Dieses nicht-zu-wissen-Gefühl war für mich sehr eigenartig. Es fühlte sich an, als ob ich gerade auf dem weiten Meer treiben würde, erwischt von einer meterhohen Welle, untertauche und nicht mehr weiß, wo oben und unten ist. Absolut orientierungslos. Doch im zweiten Moment kam schon die Erkenntnis. Nach einer 7-wöchigen Reise durch Kambodscha und Sri Lanka gemeinsam mit meinem kleinen Sohn wachte ich das erste Mal wieder in meinem eigenen Bett auf. Komisch. Da reise ich durch ferne Länder, besuche über 30 Orte, übernachte ständig in anderen Betten, weiß nicht, wohin mich meine Reise als nächstes führt, erkunde völlig planlos die Welt. Und erst zuhause übermannt mich das Gefühl von Orientierungslosigkeit … Das Problem hat einen Namen: Liminalität Vor ein paar Tagen bin ich in einem Buch über das Wort Liminalität gestolpert. Dieser Begriff wird in der Ethnologie verwendet und beschreibt einen …