Was für eine wahnwitzige Idee!

Oktober 19, 2016

Chili con carne. Zum Abendessen. Und das, wo ich weiß, dass mein 1,5-jähriger Sohn ausschließlich nur noch alleine essen möchte. Es gibt so einige Momente in meinem Leben, in denen ich nicht über die Konsequenzen nachdenke. Gestern war so ein Moment. Ich hatte einfach Lust, wieder Chili con carne zu essen. Gedacht, gekocht. Gut gelaunt deckte ich den Esstisch in der freudigen Erwartung auf ein leckeres Essen. Jedoch sollte meine freudige Stimmung schon sehr bald kippen, sich in pure Verzweiflung verwandeln und in einer absoluten Ist-mir-jetzt-völlig-egal-kann-jetzt-eh-nichts-mehr-ändern-Stimmung enden.

Gehen Tomatenflecken eigentlich ohne Weiteres raus?
Als ich meinen kleinen Mann zum Essen rief (noch ahnte ich nicht, wie das Esszimmer bereits wenige Momente später aussehen sollte), war meine Welt noch in Ordnung. Brav setzte er sich an den Tisch, wir reichten uns die Hände und sangen Piep, piep, piep – wir haben uns alle lieb, guten Appetit und schon konnte das Festmahl beginnen. Als ich meinem kleinen Feinschmecker jedoch den ersten Löffel von dem köstlichen Chili con carne in den Mund schieben wollte, schaute er mich völlig verdutzt an. Ist sie jetzt völlig durchgedreht, schien er zu denken. Mit einer ruckartigen Bewegung griff er mir in den Löffel rein und die ersten Tomaten-Spritzer landeten auf seiner Kleidung. Ich Dussel. Ich hatte tatsächlich vergessen, ihn vorher auszuziehen. Nur ein kleines Lätzchen sollte ausreichen. Doch diese Spritzer waren erst der Anfang. Während ich noch am Abwägen war, ob ich ihn jetzt noch schnell ausziehen sollte oder nicht, landete eine große Ladung Chili con carne auf der Hose und dem Oberteil. Gehen Tomatenflecken eigentlich ohne Weiteres raus? Dachte ich, als schon die nächste Portion folgte. Diesmal landete ein Teil vom Chili con Carne auf dem Boden.

Das Chili-con-carne-Szenario
Zweifelsohne, es war zu spät, einen Kollateralschaden abwenden zu wollen. Kampflos gab ich auf und überließ den Löffel meinem Sohn. Freudestrahlend schaufelte er die nächste Ladung Richtung Mund – und diesmal blieb sogar etwas drin. Jedoch nicht alles. Der Großteil landete jetzt auf dem Tisch, wurde zusätzlich mit der Hand zerdrückt und sorgfältig über den Tisch und Stuhl verteilt. Ich schaute mir das Szenario an und war nur noch verzweifelt. Was für eine Sauerei! Doch es sollte noch schlimmer kommen. Während ich selber zu essen begann, fieberte ich bei jedem Löffel mit, dass jetzt endlich mehr im Mund bliebe als danebengehen würde. Manchmal klappte es sogar. Doch das meiste Chili con Carne verteilte sich fortwährend im Raum. Ab und zu zuckte es kurz in mir, mit einer Serviette wollte ich die Essensreste auffangen. Doch mit einer unsanften Bewegung schob mein Sohn meine Hand zur Seite. Weg da!

Die dritte emotionale Stufe war erreicht
Es war um mich geschehen. Ich resignierte. Die dritte emotionale Stufe war erreicht. Die Ist-mir-jetzt-völlig-egal-kann-jetzt-eh-nichts-mehr-ändern-Stimmung hatte begonnen. Wie aus der Ferne beobachtete ich die zunehmend größer werdende Schweinerei und genoss nebenbei mein Chili con carne. Als mein Sohn dann anfing, den Inhalt seines Tellers auf dem Tisch auszukippen, kam ich wieder zu Sinnen. Ich war zurück im Hier und Jetzt. Es war meine mütterliche Pflicht, der Chili-con-carne-Schlacht ein Ende zu setzten. Unter lautem Protest hievte ich meinen Sohn vom Stuhl und sprintete schnurstracks ins Badezimmer mit ihm. Zog seine Klamotten aus, aus denen noch zahlreiche Bohnen und Maiskörner fielen, seifte ihn vom Kopf bis zur Fußspitze ein und duschte ihn ab. Erledigt. Mein Sohn war wieder sauber. Doch als ich zurück zum Tatort kehrte, traf mich der Schlag. Es ist nicht viel Phantasie vonnöten, um sich den Anblick dieser Schweinerei vorzustellen. Es half nichts. Die Spuren mussten beseitigt werden.

Wie lange ich am Putzen, Schrubben & Fluchen war, weiß ich nicht. Aber ich hatte ja selber schuld. Was für eine wahnwitzige Idee! Chili con carne zum Abendessen. Und das, wo ich weiß, dass mein 1,5-jähriger Sohn ausschließlich nur noch alleine essen möchte. Ich bin sehr gespannt, aus welchen Ecken & Winkeln ich noch nächste Woche die Reste vom Chili con carne rauskratzen werde …

Kommt dir das bekannt vor? Wie sieht es bei euch am Esstisch aus. Ordentlich – oder die absolute Sauerei? Erzähle mir davon! Hinterlasse hier einen Kommentar – oder schreibe mir eine Mail an mami.bloggt@yahoo.de – ich freue mich auf deine Geschichte.

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6 comments

  1. Comment by Claudia Schubert

    Claudia Schubert Reply Oktober 19, 2016 at 12:37 pm

    Wie witzig!! Bei uns gibt es derweil ähnliche Szene, besonders bei laaaaangen Spaghetti mit Tomatensosse!😂 Viele Grüße! Claudia P.S. Ich wette, heute Abend gibt es bei Euch Brot mit Käse…😉😂😊

      

    • Comment by gabriela_urban

      gabriela_urban Reply Oktober 20, 2016 at 8:50 am

      Hallo Claudia, an Spaghetti mit Tomatensauce traue ich mich so gar nicht ran. Trockene Nudeln sind aber auch eine gute Alternative zum Käsebrot 😉 In diesem Sinne ganz liebe Grüße

        

      • Comment by Claudia Schubert

        Claudia Schubert Reply Oktober 20, 2016 at 9:52 am

        Ich kann ja mal Bilder schicken😂😂😂

          

        • Comment by gabriela_urban

          gabriela_urban Reply Oktober 20, 2016 at 9:58 am

          Oh ja, sehr, sehr gerne 😉

            

  2. Comment by Natalia

    Natalia Reply Oktober 19, 2016 at 3:14 pm

    So witzig! Ich kenne es nur zu gut! Mein großer Sohn hat mal unsere frisch gestrichene Wand mit Salami dekoriert und der kleine möchte so gern jeden morgen Flaches mit Milch essen, aber danach kann ich eigentlich nochmal umziehen, trotz Lätzchen und diversen Handtüchern, die ich um ihn und auf ihm drapiert!!!
    LG,
    Natalia

      

    • Comment by gabriela_urban

      gabriela_urban Reply Oktober 20, 2016 at 8:51 am

      Hallo Natalia, frisch gestrichene Wände mit Salami? Hört sich sehr lecker an 😉 Oh je, die Kleinen haben nur Blödsinn im Kopf. Wie gut, dass wir das mit Humor nehmen. Ganz liebe Grüße

        

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