Georgien: Tiflis – eine Stadt, die niemals schläft

September 5, 2017

Ich staune nicht schlecht, als ich um 1.30h Ortszeit (an einem Mittwoch) am Flughafen von Tiflis lande und durch den Ausgang gehe: Die Wartehalle ist trotz der fortgeschrittenen Stunde voller „Abholer“. Ganze Großfamilien inklusive Kleinkind und Omi sind mitten in der Nacht zum Flughafen gekommen, um ihre Lieben abzuholen. Dieses Bild, dass nachts viele Menschen unterwegs sind, setzt sich fort, je näher wir mit dem Taxi in die Innenstadt kommen. In Bars und Cafés herrscht noch reger Betrieb und viele Menschen spazieren durch die sommerlichen Straßen. Besonders schön: Die Innenstadt ist nachts wunderschön ausgeleuchtet und lädt so zu nächtlichen Exkursionen ein.

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Auch in der Hotellobby des Radisson Hotels ist noch so viel los, so dass ich mich – um mittlerweile 3.30h – erst mal in die Schlange an der Rezeption anstellen muss, um meinen Schlüssel zu bekommen. Die Lobby ist gut gefüllt mit Partygängern, aber auch mit Geschäftsleuten und Mitarbeitern. Das ist mir bisher selten passiert – hat mir aber durchaus gefallen!

Tiflis: eine Stadt, die aus ihrem Dornröschenschlaf erwacht
Der Eindruck, dass Tiflis eine sehr junge, lebendige Stadt ist, die seit einiger Zeit aus ihrem Dornröschenschlaf erwacht ist, setzt sich auch am nächsten Tag fort. Von meinem Hotel aus laufe ich die Rustaveli Avenue entlang, um in die Altstadt zu gelangen. Hierbei kann ich mit Fug und Recht behaupten: Der Weg ist das Ziel. Von antiken Bankautomaten über Biedermeier-Uhren stolpere ich von einem tollen Fotomotiv über das nächste. Es gibt unglaublich viele Kirchen und Kathedralen, die gut besucht sind von (eher älteren) Einwohnern.

Historische Altstadt: zwischen Verfall, großartigen Innenhöfen & Tradition
Am Freedom Square angekommen, biege ich in die K. Abkhazi Street. Nach wenigen Metern befinde ich mich in der historischen Altstadt. Hier wurden bereits viele Häuser liebevoll restauriert, andere hingegen sind derart verfallen, dass ich fast schon befürchte, diese könnten vor meinen Augen in sich zusammenfallen. Zerfall ist anscheinend auch etwas, das zu Tiflis gehört. Es gibt großartige Innenhöfe zu besichtigen, auf den Straßen wird traditionelles Kunsthandwerk (wirklich traditionell wie z.B.. Filzpuschen und Blümchenkittel) und die obligatorischen Tschurtschchela (Hasselnuss oder Walnusskerne mit Traubensaftkuvertüre) angeboten.

Georgische Küche! Ich bin im 7. Himmel
Da ich noch nichts gefrühstückt habe, suche ich mir in der Lesselidsestreet eines der zahlreichen Restaurants aus (mit Wifi und A/C, es hat schließlich über 38 Grad an diesem heißen Augusttag). Dort bestelle ich Homemade Lemonade (mit viel Minze), einen  Gurken-Tomaten-Salat mit viel Koriander und Zwiebeln und entdecke dann zu meiner großen Freude auf der Karte mein absolutes Lieblingsgericht in Asien: Dumplings (Chinkali)!!!!! Vor lauter Begeisterung bestelle ich gleich drei verschiedene Sorten dieser kleinen Teigtaschen. Ich nehme Hackfleisch, Käse und Pilz-Koriander-Füllung. Als diese nach etwas Wartezeit   – weil ja frisch zubereitet – gebracht werden, bin ich kulinarisch im 7. Himmel. Die am besten gewürzten und frischesten Dumplings meines Lebens, wie ich sie selbst in Asien selten gefunden habe! Sehr zu empfehlen ist auch das Chatschapuri (gebackenes Käsebrot aus Hefeteig). Insgesamt ist die georgische Küche sehr frisch, mit viel Gemüse, Schafs- und Ziegenkäse und mit viel Koriander, welcher mich immer sofort nach Asien versetzt.

Shardeni Street – ein beliebter Treffpunk
Sehr zufrieden und gestärkt von meinem Mittagessen schlendere ich weiter durch die Altstadt Richtung Sioni Kathedrale. Besonders begeistert mich die Shardeni Street („Chardin Street“), mit ihren vielen Cafés und Shisha-Bars, die sich ab den frühen Abendstunden zu einem beliebten Treffpunkt für Nachtschwärmer entwickelt. Die vielen Lokale sind allesamt sehr liebevoll und individuell eingerichtet und gestaltet. Dazwischen finden sich auch immer wieder Läden georgischer Designer, Konzept-Stores mit Schmuck, Postkarten und Bildern.

Aufbruchstimmung in den Straßen von Tiflis
Am Ende der Shardeni Street treffe ich auf die Seilbahn, die auf den Berg Mtazminda führt. Dort befindet sich ein Park, der Fernsehturm und ein Café mit Aussicht. Die Fahrt hinauf spare ich mir aber dann, weil ich mit einigen Einheimischen ins Gespräch komme. Dies ist mir heute schon häufiger passiert. Die Menschen hier sind sehr freundlich, hilfsbereit und neugierig. Obwohl ich bereits einige Backpacker und zahlreiche Hostels und Hotels im Straßenbild gesehen habe, wird Tiflis anscheinend erst in letzter Zeit für Touristen interessant. Georg, mein neuer Bekannter, erzählt mir, dass gerade die Jungen sich besonders für die EU und westliche Werte interessieren und sich davon auch mehr in Tiflis wünschen. Sie freuen sich besonders, dass die Georgier jetzt endlich ohne Visa in die EU einreisen dürfen. Jüngere sprechen auch recht gut Englisch, ältere hingegen kaum. Ich habe das Gefühl, dass die Menschen hier sehr neugierig auf westliche Touristen sind und lieber mit ihnen ins Gespräch kommen, als sie auszunehmen. Hoffentlich bleibt das noch ganz lange so.

Taxifahrt ohne Taxameter
Da ich nun langsam ins Hotel zurück muss, nehme ich mir ein Taxi. Wie Georg mir erklärt hat, wurde hier vor einiger Zeit der Markt für Taxifahrer liberalisiert, so dass sich jeder Autobesitzer ein Taxischild auf sein Dach klemmen kann und Taxi „sein darf“. Dies machen anscheinend besonders häufig Rentner, um ihre Rente aufzubessern. So auch mein Taxifahrer, der kein Wort Englisch spricht. Einen Taxameter gibt es auch nicht. Trotzdem versteht er irgendwie, in welches Hotel ich möchte. Auch preislich können wir uns schnell einigen und ich werde für 1,50€ zurück ins Hotel gebracht.

Ach Tiflis, es bleiben noch sehr viele Punkte offen …
Meine wenigen Stunden in Tiflis, die mir lediglich einen kleinen Einblick in diese interessante Kultur gewähren konnten, haben mir sehr gut gefallen. Ich habe mich alleine als Frau immer sicher gefühlt. Und für den nächsten Besuch sind noch jede Menge offene Punkte auf meiner To-do-Liste, wie z.B. in einem Stadtbad die heißen Quellen zu genießen, eine Fahrt mit der Seilbahn oder die Berge der Umgebung zu erkunden …

Georgien Tiflif: mein Fazit
Kommt hierher, genießt das wirklich außergewöhnlich gute georgische Essen und den Wein und redet mit den Leuten. Sie haben sehr viel zu erzählen!

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Über die neue Co-Autorin auf Mami bloggt

Hallo, ich bin Dina. Kommunikations- und Sprachwissenschaftlerin, Flugbegleiterin bei einer großen deutschen Airline und alleinerziehende Mama einer bald 4-jährigen Tochter. Ich reise leidenschaftlich gerne, sowohl dienstlich als auch privat mit meiner Kleinen. Hier auf Mami bloggt schreibe ich als Co-Autorin über meine kurzen Stops in den verschiedensten Metropolen dieser Welt – und gebe dir einen Einblick, was es alles in „24 Stunden in diesen Städten“ zu erleben gibt.

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